
DETAIL: Herr Reß, wie war die Situation, als Sie Schönbuch 2005 übernommen haben und was haben Sie getan, um das Unternehmen zu dem zu machen, was es heute ist?
Reß: Die Marke gibt es bereits seit 1960 und sie war im deutschen, österreichischen und Schweizer Handel als führender Anbieter von Garderoben im hochwertigen Marktsegment gut positioniert. Allerdings waren sowohl die Produkte als auch die Marketinginstrumente ein bisschen Anfang der 1990er stehen geblieben. D.h. Layout-Konzepte wurden nicht mehr geändert, die gleichen Produkte immer wieder etwas anders aufgelegt – kurz gesagt, es fehlte an Innovation. Am Anfang des Relaunchs stand ganz klar das Produkt. Im ersten Jahr nach der Übernahme, haben wir daher fast nur Produktentwicklung betrieben. Bis auf etwa 30% ist die gesamte Kollektion in den letzten vier Jahren entstanden. Wir haben veraltete Produkte radikal auslaufen lassen, gute Produkte modernisiert und neue Produktbereiche, z.B. komplette Planungssysteme für die Diele oder Accessoires wie Kleiderbügel und Schirmständer, in die Kollektion integriert. Somit hat sich auch unsere Zielgruppenansprache verändert. Wir können jetzt zusätzlich jüngere, designorientierte und auch internationalere Zielgruppen ansprechen. Als zweiter Schritt folgte die komplette Veränderung der Marke – vom Logo, über Fotokonzepte, Verkaufsunterlagen, Internet bis hin zum Messeauftritt. Im dritten Schritt sind wir das Thema Point of Sale angegangen. Wir setzen analog zu den Messeauftritten jetzt stark auf mit unserer Unterstützung gestaltete Ausstellungen in hochwertigen Möbelhäusern.
DETAIL: Der Relaunch ist ja noch nicht komplett abgeschlossen, welche Schritte stehen noch aus?
Reß: Parallel zu den bereits durchgeführten Maßnahmen beschäftigt uns vor allem das Thema Internationalisierung, also neue Märkte erschließen und bestehende Märkte erweitern. Und auch das Objektgeschäft wird für uns zunehmend interessant. Zum Beispiel haben wir 2008 das erste Mal auf der Orgatec ausgestellt und dafür mit Justus Kolberg spezielle Garderobenlösungen für Büro- und Objekteinrichtungen entwickelt. Das hat uns dann auch erste Reaktionen von Architekten und Bauträgern eingebracht und daran arbeiten wir jetzt weiter.

Der Schönbuch-Klassiker Line in aktuellen Nude-Töne und der Neon-Version von Lala Berlin.
Reß: Wir versuchen, die Architekten über unseren Außendienst noch stärker und besser zu betreuen. Im Internet sind wir auf Architonic und Stylepark präsent. Wir haben jetzt einen kleinen Objekt-Folder sowie Planungsunterlagen entwickelt, die wir weiter ausbauen werden, als bessere Informationsquelle für Architekten. Und auch die Orgatec ist nach wie vor ein großes Thema für uns.










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