
Foto: Michael Heinrich
Diese Schlankheit – und damit eine optimale Raumausnutzung - war gerade für das Gebäude in der Seitzstraße von Belang. In der teuren Münchner Innenstadt sind die Baufenster sowohl in der Breite wie auch in der Höhe festgelegt. Mit herkömmlicher Dämmung wäre eine Dämmschichtdicke von 25 cm erforderlich gewesen, um einen ähnlichen Dämmwert zu erreichen. Damit wäre auf 4 Metern Fassadenlänge eine Nutzfläche von 1 m2 verloren gegangen. Bei rund 500 laufenden Metern Fassade bedeutet das einen Nutzflächenverlust von 125 m2 Grundfläche. Das ist die Nutzfläche eines halben Geschosses oder 10% der Gesamtnutzfläche.

Durch den Einsatz der VIPs mit einer Dämmstärke von nur 2 cm und einer zu deren Schutz verstärkten Putzträgerplatte von 8 cm war es in der Seitzstraße möglich, den Fassadenaufbau auf insgesamt 12 Zentimeter zu reduzieren. Dadurch wurde mehr als die Hälfte dieser Fläche „wiedergewonnen“; außerdem werden die Fenster nicht durch tiefe Laibungen verschattet. Die Vakuumpaneele wurden in einem bestehenden Wärmedämmverbundsystem mit allgemeiner bauaufsichtlichen Zulassung integriert.
Der Fassadenaufbau besteht aus (von innen nach außen):
• Keile aus hochfestem, rezykliertem PU-Hartschaum (Purenit), werden im Rohbau in Abständen von 50 cm einbetoniert
• Dampfsperre
• Leisten aus Purenit, werden an den Dämmstoffkeilen befestigt
• dazwischen werden Vakuum-Isolationspaneele (VIP) mit einer Dicke von 2cm eingelegt
• Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit PU-Dämmung 8cm + mineralischem Verputz, wird an den Purenit-Leisten verdübelt und deckt die VIP ab.
Das Wärmedämmverbundsystem übernimmt dabei folgende Funktionen:
• Mechanischer Schutz der VIP-Platten
• Witterungsschutz der VIP-Platten
• Überdämmung von Wärmebrücken an Befestigungspunkten
• Überdämmung von Anschlüssen (Fenster, Attika, Sockel...)
• Reserve bei Belüftung einer Platte.

Foto: Michael Heinrich
maximiert werden konnte. Als zusätzliche gestalterische Variante realisierten die Architekten Sandwichelemente (Glas-VIP-Glas), mit denen einzelne, kleinere Fassadenflächen verkleidet wurden. Sie sind nur 3 Zentimeter dick, ihr Dämmwert entspricht jedoch dem einer herkömmlichen Fassade.
Gebäudekonzept auf Niedrigst-Energieniveau

Foto: Michael Heinrich




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