Nach drei Jahren Planung und einem Jahr Bauzeit war die Membrankuppel über dem Innenhof des Dresdner Schlosshofes von Peter Kulka Architektur vollendet. Unter der Membrankonstruktion entstand ein zentraler Kassenraum und Besucherempfang für das Museumsquartier. In die Stabgitterstruktur eingespannte, transparente ETFE-Kissen wölben sich über dem Innenhof und geben dem historischen Gemäuer ein modernes Gewand.

Foto: Jörg Schöner, Dresden

Foto: Jörg Schöner, Dresden
Mit einer ähnlichen Methode wurde der zentrale Innenhof eines Bankgebäudes in Bratislava überdacht. Die Wiener Architekten Jabornegg & Pálffy spannen zum Schutz vor Schnee und Regen pneumatische Luftkissen aus ETFE-Folie über das Atrium, die somit den Abschluss des Gebäudes bilden. Die transparente Membrankonstruktion erweckt vor allem im Gegenlicht den Eindruck als blicke man direkt in den Himmel.

Bankgebäude in Bratislava
Heutzutage sind Kunststoffe und Membranen aus dem Baubereich nicht mehr wegzudenken. Doch beides wird erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts vermehrt in der Architektur eingesetzt. Kunststoffe bilden eine vergleichsweise neue Materialklasse, während textile Konstruktionen auf einer jahrtausendalten Tradition beruht. Jedoch wurden sie lediglich der Technik, nicht aber der Baukunst zugeordnet. Der Einsatz von Folien hat sich über pneumatische Strukturen, Seilnetze bis hin zu Membranbauten in der heutigen Architektur etabliert. In vielen Fällen führt dies zu ausdrucksstarken Gebäuden, die in ihrer Gestaltung durch das Material bestimmt werden.
Im Atlas Kunststoffe + Membranen aus der Edition DETAIL werden konstruktive Aspekte sowie ausgewählte Beispiele ausführlich besprochen und dokumentiert. Ganz in der Reihe der Konstruktionsatlanten widmet sich auch dieser Band den die Architektur prägenden Anwendungen von Kunststoffen. Hierzu zählt das Tragwerk ebenso wie die Gebäudehülle und der Innenausbau.
Blättern Sie hier im Atlas Kunststoffe + Membranen
Zwei der Autoren, Jan Cremers, Professor für Gebäudetechnologie und Integrierte Architektur an der Hochschule für Technik Stuttgart, und Julian Lienhard vom Institut für Tragkonstruktionen und konstruktives Entwerfen an der Uni Stuttgart, werden auf dem zweiten Symposium „Membrankonstruktionen zur energetischen Sanierung von Gebäuden“ am 16. Februar in München referieren. Im Rahmen dieses Symposiums werden derzeit laufende und zukünftig geplante Aktivitäten in diesem Themenfeld präsentiert und diskutiert. Ziel ist es einen projektbergreifenden Austausch zwischen Entwicklern, Planern und Anwendern zu ermöglichen und vertiefen.
Symposium Membrankonstruktionen zur energetischen Sanierung von Gebäuden
16. Februar 2012, Oskar von Miller Forum
Beginn 8:30 Uhr
MESG Symposium Programm (PDF-Download)
Die Teilnahmegebühr für das Symposium beträgt pro Person:
für Wirtschaft / Industrie € 90,–
für Hochschulen / Behörden € 50.–
Die Teilnahme am Abendvortrag ist kostenlos.
Vorträge am Vormittag
Übersicht über den Einsatz von Membranen im Rahmen der textilen Architektur
Herr Prof. Cremers, Hightex
Anwendungsbezogene Aspekte des innovativen Bauens mit Membranen
Herr Prof. Lang, LHR Architekten
Bauphysikalische und thermische Aspekte der textilen Architektur
Herr Prof. Beck, HfT Stuttgart
Betriebskonzept für Membranbauten
Herr Prof. Jensch, Hr. Winkler, Hochschule München
Membrankonstruktionen zur energetischen Sanierung von Gebäuden
Herr Dr. Manara, ZAE Bayern
Vorträge am Nachmittag
Funktionale Aspekte der textilen Architektur
Herr Prof. Cremers, Hightex
The Path towards Membrane Recycling – the PVC / PES Example
Frau Fournier, Serge Ferrari
Energietransport durch mehrlagige Membrankonstruktionen
Dr. Blum, Labor Blum
Elastische Biegung als integrales Konzept in form- und biegeaktiven Tragwerken
Hr. Lienhard, Uni Stuttgart
Die Überdachung des kleinen Schlosshofs in Dresden: Ein Projektbericht
Herr Stamborski, Peter Kulka Architektur
Podiumsdiskussion und Zusammenfassung
Abendvortrag, ab 18:15 Uhr
16. Februar 2012, Oskar von Miller Forum
Beginn 18:15 Uhr
– Freier Eintritt –
Membranprojekte von gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Herr Martin Glass, gmp Architekten
Oskar von Miller Forum
Elisabeth Adam











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