
Baukunst: Die Philharmonie Luxemburg
Dokumentation von Richard Copans, F 2007
Erstausstrahlung
Ein neues Bauwerk inmitten des jungen Luxemburger Stadtviertels Kirchberg: Mit ihren runden Formen und der weißen Farbe hebt sich die Philharmonie von den Glas- und Betonquadern der umliegenden Häuser ab. Der renommierte Architekt Christian de Portzamparc, der als erster Franzose den begehrten Pritzker-Preis gewann, gestaltete zusammen mit dem erfahrenen Akustiker Albert Yaying Xu das Luxemburger Konzerthaus zu einem gigantischen Musikinstrument. Schlanke weiße Pfeiler säumen den elliptisch geschwungenen Baukörper. Sie wirken wie eine filternde Fassade und bilden eine Lichthülle um das Kernstück des Baus, den großen Konzertsaal.

Schätze der Welt: Das Haus Tugendhat
Film von Christiane Brecht-Benze, D 2002
»Die Einfachheit der Konstruktion, die Klarheit der tektonischen Mittel und die Reinheit des Materials«, diese Grundsätze hat Ludwig Mies van der Rohe am Haus Tugendhat in Brünn so konsequent umgesetzt, dass die Villa zu einem Schlüsselwerk der Moderne wurde. Als sie Ende der 20er Jahre gebaut wurde, war die mährische Metropole bereits ein Zentrum der architektonischen Avantgarde. Da für das Fabrikantenehepaar Grete und Fritz Tugendhat Geld keine Rolle spielte, konnte Mies van der Rohe bei ihrem Haus seine ästhetischen Prinzipien zur Vollendung entwickeln. Dazu gehören der freie Grundriss, den Stahlskelettstützen ermöglichen, Wände aus Glas, die versenkbar sind, sowie Wandelemente aus kostbaren Materialien wie Ebenholz und Onyx.

Aufbruch in den Bergen – Neues Bauen in Tirol
Dokumentation von Claus Singer, D 2009
Nur 14 Prozent der Fläche Tirols eignen sich zur Besiedelung. Die alpine Topografie macht das Land für Bergsteiger und Erholungssuchende zwar anziehend, den Tirolern erschwert es jedoch die Suche nach einem geeigneten Bauplatz. Der Architekt Antonius Lanzinger hat die Herausforderung angenommen und für seine Familie einen Wohnturm aus Massivholz in extremer Nordhanglage gebaut: eine Bauform, die mit minimaler Grundfläche auskommt und durch ihre Höhe viel Licht und Sonne einfängt. Durch gelungene Beispiele wie dieses wurde Innsbruck mittlerweile zum Anziehungspunkt für Architekturbegeisterte. In den letzten Jahren sind zahlreiche hochwertige Bauten entstanden in einer Region, die lange mit dem Image des Rückständigen zu kämpfen hatte. In der Fachwelt ist immer häufiger die Rede vom »Wunder von Tirol«. Mit zahlreichen Wettbewerben hat die Tiroler Landeshauptstadt internationale Stararchitekten angelockt. Das Londoner Büro Zaha Hadid realisierte hier zwei Projekte, die Bergisel-Schanze und die neue Bergbahn zur Hungerburg. Weitere Themen sind unter anderem die Aufsehen erregenden Bauten der Supermarktkette M-Preis, ein neu eröffnetes Hotel in St. Anton, sowie ein modernes Rathaus, gegen das die Bürger zunächst Sturm liefen.

Schätze der Welt: Die Berliner Moderne
Film von Andreas Christoph Schmidt, D 2009
Erstausstrahlung
Wer verstehen will, warum sechs Wohnsiedlungen in Berlin die Weihe des UNESCO-Weltkulturerbes erlangt haben, darf nicht nur auf die Fassaden schauen. Es geht dabei weniger um die Anerkennung kühner Bauästhetik als um die Würdigung der zentralen Idee des genossenschaftlichen Wohnungsbaus: Wohn- und Lebensraum für diejenigen zu schaffen, die sich in den Hinterhöfen drängten. Die älteste der Siedlungen, Bruno Tauts Gartenstadt, ist nicht zufällig aus bunten Häusern erbaut: Licht, Luft, Pflanzen, Farbe – Bedingungen des Glücks. In den Jahren der Weimarer Republik wurden die Siedlungen größer, städtischer und monumentaler. Aber immer hielten sie sich an den Gedanken eines durchgrünten städtischen Raums. Gleichzeitig bestimmten Funktionalität, Reihung und Sachlichkeit die Architektur des Neuen Bauens. So entstanden, vor allem in der »Weißen Stadt« in Berlin Reinickendorf, Gebäudekomplexe von großer Überzeugungskraft und zeitloser Modernität. Gleichzeitig jedoch, spätestens in der »Ring-Siedlung« Siemensstadt, einer modernen Stadtlandschaft, kündigt sich die Entwicklung der Nachkriegsjahre an: An ihrem Ende wird die Trabantenstadt stehen, der soziale Brennpunkt. Andreas Christoph Schmidt unternimmt eine Zeitreise durch unterschiedliche Berliner Wohnsiedlungen.

90 Jahre Bauhaus
Erstausstrahlung
Der Bauhaus-Schöpfer Walter Gropius hatte die Vision vom klaren, durchsichtigen und funktionalen Bauwerk für den neuen Menschen. Kerngedanke war das Zusammenwirken von Künsten und Handwerk, und bald arbeitete an der 1919 neu gegründeten Schule auch die Industrie mit. Viele der so entstandenen Serienprodukte sind längst Klassiker. Den Nationalsozialisten war das Bauhaus jedoch ein Dorn im Auge, und das Institut musste schließen. Heute findet man die Spuren der Künstler in der ganzen Welt, zum Beispiel im tschechischen Brünn: Das Haus Tugendhat ist ein Meisterwerk der klassischen modernen Architektur von Ludwig Mies van der Rohe. Nach der Zerstörung der französischen Hafenstadt Le Havre im Zweiten Weltkrieg beauftragte die französische Regierung den Architekten Auguste Perret, die Stadt schnellstens wieder aufzubauen. Er verarbeitete den überall herumliegenden Schutt zu einzigartigen Betonvariationen. Auch in Israel machten sich Bauhaus-Architekten daran, eine ganze Stadt zu planen: Tel Aviv, das architektonische Symbol eines mutigen Neubeginns. Der »Bauhaus«-Film läuft im Rahmen des Thementags »In 24 Stunden um die Welt«. Dieter Moor begrüßt in der 19. Etappe den Redakteur der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« und Architekturkenner Dieter Bartetzko.

Traumhäuser
Zehnteilige Filmreihe, D 2008
Das Architekturfilmformat »Traumhäuser« des Bayerischen Fernsehens gibt es seit 2006. In ganz Bayern sind Kamerateams unterwegs, um die Entstehung ungewöhnlicher neuer Bauprojekte zu dokumentieren. Die ausgewählten Projekte illustrieren aktuelle baupolitische Themen wie ökologisches Bauen, Bauen im Bestand, Mehrgenerationenhäuser, Bauen in der Stadt und den Umgang mit schwierigen Bauplätzen. Für die von ihr konzipierte Filmreihe wurde BR-Redakteurin Sabine Reeh von Innenminister Herrmann im Frühjahr der Bayerische Architekturpreis 2009 verliehen. »Sie sensibilisiert eine breite Öffentlichkeit für Architektur und Baukultur«, lautete die Begründung der Jury. Derzeit produziert das Bayerische Fernsehen die dritte Staffel mit dem Themenschwerpunkt »Ökologie und Nachhaltigkeit«. Zu jeder Staffel erscheint ein Begleitbuch von Sabine Reeh mit vielen Zusatzinformationen zu den in den Filmen vorgestellten Häusern.
3sat wiederholt ab dem 21. Dezember täglich drei Folgen aus der zweiten Staffel der erfolgreichen Reihe »Traumhäuser« – jeweils ab 6.00 Uhr
Peter Popp








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