2012 findet im niederländischen Venlo die Gartenbauausstellung ‚Floriade’ statt. Für die Veranstaltung, die ganz unter dem Zeichen des Konzepts ‚Cradle to Cradle’ stehen soll, hat Jon Kristinsson ein Bürogebäude entworfen, in dem Arbeits- und Pflanzenwelt einander in einer symbiontischen Kreislaufbeziehung ergänzen sollen.

Grafik: Jon Kristinsson

Grafik: Jon Kristinsson

Grafik: Jon Kristinsson
„Abfall ist Nahrung“ lautet eine der Kernthesen des Konzepts „Cradle to Cradle“, das zuletzt in den Niederlanden zahlreiche Anhänger gefunden hat. Nun will die Region Venlo ihre Wirtschaftsstruktur langfristig nach diesem Ideal umformen. Erstes Schaustück für die Bemühungen soll der „Greenport Venlo“ werden, eine Grünanlage am Schnittpunkt der Autobahnen N 73 und A 67. Dort findet 2012 die Floriade, Hollands wichtigste, alle zehn Jahre veranstaltete Gartenbauausstellung statt.

Grafik: Jon Kristinsson

Grafik: Jon Kristinsson

Grafik: Jon Kristinsson
Grundlage ist das System „Zonneterp“, an dessen Entwicklung Kristinsson Architects beteiligt waren und das die Abwärme von Hollands zahlreichen Gewächshäusern zur Gebäudebeheizung nutzen will. Zwei Hektar Gewächshäuser reichen demnach zur Beheizung von rund 220 Einfamilienhäusern – oder eben einer entsprechenden Bürofläche - aus. Die Abwärme der Gewächshäuser wird nicht wie sonst durch Entlüftung ins Freie „entsorgt“, sondern in einer Grundwasserschicht zwischengespeichert. Diese funktioniert wie ein Schichtspeicher im Gebäude – oben wärmeres, unten kühleres Wasser – und kann daher sowohl zur Gebäudebeheizung und –kühlung verwendet werden. Als Wärmeüberträger dienen im Fall der Villa Flora die weitgespannten Geschossdecken aus Betonfertigteilen, die von warmem oder kaltem Wasser durchströmt werden.
Zur Ableitung der Wärme aus den Gewächshäusern soll ein neuer, hoch effizienter Wärmetauscher aus Kupferdrahtgewebe (
www.fiwihex.nl)zum
Einsatz kommen. Er wurde ursprünglich für Gewächshäuser entwickelt und
soll demnächst auch für den Wohnungsbau verfügbar sein.
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