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Zlín – „ein leuchtendes Phänomen“

Blick auf den Platz
Foto: KGVUZ, BEZIRKSGALERIE FüR BILDENDE KUNST IN ZLíN

Die architektonische Entwicklung und der sozialgeschichtliche Hintergrund der tschechischen Bat’a-Stadt stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Zlín – Modellstadt der Moderne“ im Münchner Architekturmuseum. Die Ausstellung, die am 18. November eröffnet wird, zeigt zudem kaum bekannte Planungen Le Corbusiers für Bat’a.


Die im Osten Tschechiens gelegene Stadt Zlín ist eine einzigartige Modellstadt des tschechischen Funktionalismus. Viele der nach dem Ersten Weltkrieg von Politikern, Unternehmern und Architekten als zukunftsweisend propagierten architektonischen und sozialen Ideale wurden hier Wirklichkeit. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts war die Stadt, die Le Corbusier als „ein leuchtendes Phänomen“ bezeichnete, deshalb eine Art Pilgerstätte für Fortschrittsgläubige aller Richtungen.

Die Entwicklung Zlíns ist eng mit der Schuhfabrik Bat’a verbunden. Von 1923 bis 1938 ließen die Unternehmer Tomás und Jan Antonín Bat’a den Ort zu einem Modell für gemeinschaftliches Leben und Arbeiten – im Dienste der Schuhproduktion – ausbauen. Nach Plänen des Architekten František Lydie Gahura entstand auf einem einheitlichen Raster eine Stadt im Grünen mit weitläufigen Fabrikanlagen, Wohngebäuden sowie kulturellen und sozialen Einrichtungen. In Zonen gegliedert und nach Arbeit, Wohnen, Freizeit und Verkehr geordnet, gab es in Zlín bereits eine Funktionstrennung, die den später in der „Charta von Athen“ propagierten Leitbegriffen des modernen Städtebaus vorwegnahm. Der einstmals nur 3.000 Einwohner zählende Ort wuchs bis 1938 auf 43.000 Einwohner an.

Frantisek L. Gahura, Stadtplan "ZLÍNA", 1934
Foto: KGVUZ, Bezirksgalerie für bildende Kunst in Zlín


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Detail, 10.02.2012