
Foto: agps.architecture zürich, Fotograf Reinhard Zimmermann
Auf den ersten Blick erinnert das Gebäude mit seiner Metall- und Profilglasverkleidung eher an einen attraktiven Industriebau als an eine Schule. Der extrovertierte Solitär von 160 Metern Länge und 28 Metern Tiefe entstand als erster Bau des Adliswiler Entwicklungsgebiets Lebern auf der grünen Wiese. Eingespannt zwischen Autobahn mit Lärmschutzwand und dem Bauplatz für ein Wohngebiet, orientiert er sich zum zukünftigen Quartierpark im Süden und Sportanlagen im Norden hin. Die Architekten vom Zürcher Büro agps.architecture nutzten das leichte Gefälle des Geländes, um auf zwei unterschiedlichen Niveaus Pausen- und Sportplätze mit eigenen Zugängen anzuordnen.

Grundriss Erdgeschoss
agps.architecture zürich
„Das Gebäude ist wie eine komprimierte Stadt konzipiert,“ erklärte Hanspeter Oester von agps.architecture. Die Architekten integrierten Plätze, Wege und das vielschichtige Beziehungsgeflecht einer Stadt in das neue Oberstufengebäude der Zurich International School. Ziel war es, damit den Austausch – visueller, vor allem aber auch inhaltlicher Art – zwischen den 450 Schülerinnen und Schülern zu ermöglichen und zu fördern.

Grundriss 1. Obergeschoss
agps.architecture zürich

Grundriss 2. Obergeschoss
agps.architecture zürich
Schon das Schulsystem der ZIS, bei dem die Schüler sich innerhalb eines Kurssystems ihren Stundenplan individuell wählen, stellte Anforderungen jenseits des geschlossenen Klassenzimmers an die Planung von agps.architecture. Dazu kam ein Budget, das im Verhältnis zum Raumprogramm sehr niedrig angesetzt war: Nur 36 Millionen Franken, umgerechnet fast 24 Millionen Euro, standen für das Projekt zur Verfügung. Um dieses enge Kostenkorsett nicht zu sprengen, minimierten die Planer den Aufwand für Material und Technik bei gleichzeitiger Maximierung der räumlichen Offenheit und Flexibilität. Wo möglich, versuchten sie deswegen einzelne Bauteile mehrfach zu nutzen. Unabdingbar für diese Herangehensweise war die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit von Architekten und Ingenieuren von Anfang an.

Absturzsicherung, Wärmeschürze, Akkustikpaneel
agps.architecture zürich, Fotograf Reinhard Zimmermann

Foto: agps.architecture zürich, Hanspeter Oester
Die Zielsetzung, maximale Raumqualität unter Einsatz minimierter Ressourcen zu schaffen – sowohl in der Realisierung als auch im Betrieb – war bei der Auswahl von Materialien und technischer Ausstattung ausschlaggebend. Die Planer verzichteten aus ökonomischen und ästhetischen Gründen auf Verkleidungen, so dass die verschiedenen Funktionen der einzelnen Elemente wie Tragen, Trennen, Schützen, Belichten, Versorgen, Absorbieren klar zu erkennen sind. Die symbiotische Beziehung zwischen Architektur und Gebäudetechnik zeigt sich besonders deutlich im Lüftungssystem: Ein dezentrales Zuluftsystem versorgt jeden Raum direkt mittels einer in der Brüstung integrierten „Airbox“. Die verbrauchte Luft wird über die großen Öffnungen der Treppenanlagen durch die Oberlichter abgeleitet. Platz raubende Technikschächte und Verteilkanäle innerhalb des Gebäudes konnten so entfallen.

Fluchtweg, gestalterisches Mittel, Beschattungselemente, individueller Außenraum
agps.architecture zürich, Fotograf Reinhard Zimmermann

Schema Gebäudetechnik
agps.architecture zürich
Projektdaten
Bauherr Zurich International School, Wädenswil
Bauort Adliswil, Schweiz
Architektur agps.architecture zürich
Kostenplanung/ Bauleitung GMS Partner AG, Zürich-Flughafen
Tragwerk APT Ingenieure GmbH, Zürich
Gebäudetechnik Amstein + Walthert AG, Zürich
Brandschutz Braun Brandsicherheit AG, Winterthur
Offener Wettbewerb Mai 2004, 1. Preis
Baubeginn August 2006
Bezug Juli 2008
Bauzeit 23 Monate
Kapazität 450 Schüler, 80 Lehre, 20 Verwaltungsangestellte








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