Veranstaltungen
Städte nach dem Ölzeitalter [19.01.2010]
Masdar City, Curitiba – wer kennt sie
nicht, die Leuchtturmprojekte nachhaltiger Städteplanung? Eine
Ausstellung der ifa-Galerie Stuttgart zeigt vom 29.1. bis 30.3.
bekannte und weniger bekannte Projekte für die „Zeit nach Peak O
il“. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem außereuropäischen Raum.

Abbildung: Masdar
Seit einigen Jahren lebt die Mehrzahl der Menschheit in Städten. Städte
nehmen nur rund 1-2 % der weltweiten Landoberfläche ein, verbrauchen
jedoch rund 75% aller Ressourcen. Fast folgerichtig konzentrieren sich
in den Städten heute die Bemühungen, Energieverbräuche und
CO2-Emissionen zu reduzieren. Welche Vorstellungen Architekten und
Stadtplaner in diesen Prozess einbringen, dokumentiert die Ausstellung
„Post-Oil City“ anhand innovativer Projekte in Asien, Afrika und
Amerika.

Abbildung: Xeritown
Die Geschichte der Zukunft der Stadt, so die Ausstellungskuratoren
Nikolaus Kuhnert und Anh-Lin Ngo von der Zeitschrift ARCH+, begann
bereits in den 1960er-Jahren: Damals entwickelte Stadt-Utopien mit
Lösungsansätzen für städtische Probleme wie Verkehr oder Müll werden
heute aufgegriffen, weiterentwickelt und in die Realität überführt.
Klimawandel, die Endlichkeit fossiler Energien sowie die Finanz- und
Systemkrise lassen die neuen Stadtplanungen zu einem Versuchslabor
nicht nur für ökologische, sondern auch für gesellschaftliche
Veränderungen werden.

Abbildung: Masdar
Für „Post-Oil-City – Die Stadt nach dem Öl“ wurden Projekte nach den
Kriterien wie Nachhaltigkeit (Energie und Bauen) und Mobilität (Energie
und Verkehr) ausgewählt. Neben Masdar City (Abu Dhabi) und Xeritown
(Dubai) stellt die Ausstellung unter anderem das NEST-Städtebauprojekt
in Äthiopien vor. Eingriffe in bestehende Strukturen werden am Beispiel
des (bereits viel publizierten) innerstädtischen Verkehrssystems von
Curitiba dargestellt. „Better Place“ hingegen, ein Netzwerk-Projekt für
Elektro-Autos mit Wechsel-Batterien, wird derzeit in Israel
eingerichtet.
Raoul Bunschoten und CHORA, federführend im Bereich der
Urbanismusforschung, hat nicht nur für den Flughafen Tempelhof in
Berlin in die Zukunft gedacht, sondern auch ein grenzübergreifendes
Projekt für Städte an der Taiwan Strait, in China und Taiwan,
entwickelt: Das interaktive Xiamen Stadt-Modell ermöglicht es, die
Wirkung bestimmter Aktivitäten im Bereich Städtebau und
Energieversorgung direkt nachzuverfolgen. „Wir sehen, was wo das
Problem liegt und was die Lösung sein könnte, um mit Vernunft und
Innovation, mit der Bereitschaft zum Umdenken und entsprechend Handeln
ökologische Städte für eine zukünftige Welt zu gestalten“, heißt es in
der offiziellenVorankündigung der Ausstellung.
„Post-Oil-City – Die Stadt nach dem Öl“ zeigt Lösungsansätze für urbane
Probleme, wie sie die die ifa-Galerie Stuttgart bereits im Sommer 2009
mit der Ausstellung „Die Welt wird Stadt" aufgezeigt hat. Zur
Ausstellung erscheint ein umfangreiches Katalogheft in der
Zeitschriftenreihe ARCH+.

Foto: Curitiba
„Post-Oil City – Die Stadt nach dem Öl“ ist vom 29.1. bis 20.3. 2010 in
der ifa-Galerie Stuttgart (Charlottenplatz 17, 70173 Stuttgart) zu
sehen. Die Eröffnung findet am 28.1.2010 um 19 Uhr statt.
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 12 – 18 Uhr; Donnerstag 12
– 20 Uhr; Samstag, Sonntag 12 – 18 Uhr.
Zur Website der ifa-Galerie Stuttgart
Link-URL: http://www.detail.de/artikel_ifa-galerie-stuttgart-post-oil-city_25179_De.htm