Hintergrund
Temporäre Kunsthalle in Berlin [15.05.2009]
Mehr zum Thema: Material und Oberfläche
Architekt: Adolf Krischanitz, Wien

Foto: Lukas Roth

Foto: Lukas Roth

Foto: Jens Ziehe

Foto: Lukas Roth

Foto: Lukas Roth

Foto: Lukas Roth

Foto: Ralph Sinapiu

Foto: Ralph Sinapiu

Foto: Ralph Sinapiu

Foto: Lukas Roth
Seinen Anfang nahm die Geschichte der
temporären Kunsthalle in den Überresten des Palastes der Republik mitten im geschichtsträchtigen
Museumsquartier Berlin.
Im
Inneren der Ruine entstand vor einigen Jahren im Rahmen einer
Ausstellung ein großer weißer Raum. Dieser »White Cube« animierte die
Künstlerin Coco Kühn und die
Kulturmanagerin Constanze Kleiner dazu, sich für eine temporäre
Kunsthalle am Schlossplatz einzusetzen. Bis zum Bau des Humboldt-Forums
an dieser Stelle bleiben dem schließlich realisierten Bau von
Adolf Krischanitz nun zwei Jahre für acht Ausstellungen und diverse Veranstaltungen.
Vor der Realisierung standen zwei Entwürfe des Architekturwettbewerbs
zur Debatte: zum einen die futuristische, spektakuläre weiße Wolke vom
Büro
Graft Architekten, zum
anderen der schlichte weiße Kubus von Adolf Krischanitz. Die einfachere
Variante mit künstlerisch variabel gestalteter Außenfassade überzeugte
neben dem niedrigeren Preis auch mit der klassischen Idee des »
White Cube« als künstlich erzeugte Neutralität, die einen geschichtslosen Hintergrund für die Kunst gewährleisten soll.
Als erster von vier Künstlern wurde
Gerwald Rockenschaub
von den Initiatorinnen gebeten, die Hülle zu gestalten: eine aus Pixeln
geformte weiße Wolke ziert nun den blauen Hintergrund auf dem ca. 56 x
20 x 11 Meter großen Baukörper.

Lageplan

Grundriss

Querschnitt

Längsschnitt
Die Außenhaut der Halle sowie die inneren Wände in Foyer, Ausstellungsraum und Restaurant bestehen aus Faserzementplatten, ein laut Krischanitz »fast textiler, filzartiger Stoff, der sich anschmiegt und formbar ist«.
Außen sind zehn Millimeter dicke dampfgehärtete Platten roh und unverputzt auf die Holzunterkonstruktion
geklammert und direkt bemalt. Im Inneren tragen die verputzten und
gestrichenen Trockenbauplatten die zum Teil sehr schweren Kunstwerke.
Die tragende Konstruktion der Halle wurde als »Greimbau«
erstellt. Diese von Walter Greim und Heinz Brunotte entwickelte
Stahlblech-Holz-Nagelverbindung zeichnet sich durch eine hohe
Tragfähigkeit aus. Im Fachwerk
stoßen hier Füllstäbe stumpf an die durchlaufenden Gurtstäbe an. An den
Knotenpunkten werden die Holzträger mit ca. 160 mm tiefen Schlitzen
parallel zur Holzoberfläche versehen, in welche dann 1 bis 1,75 mm
dicke Knotenbleche eingeschoben werden. Die Schichten aus Holzlamellen
und Blechen werden mit einer sehr steifen Nagelung verbunden.
Aussteifungsverbände, Wand und Decke wurden in Elementbauweise inklusive Dämmung und Dampfsperre geliefert und mit Kompribändern dampfdicht ausgeführt.

Zimmerei Sieveke

Beispiele Knotenpunkte
zur Kunsthalle Berlin
zu Adolf Krischanitz
Link-URL: http://www.detail.de/artikel_krischanitz-kunsthalle_23825_De.htm