Studentenwohnungen im Olympischen Dorf München
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Istituto Marchiondi, Mailand
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Franz Graf
Foto: Franz Graf
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Das internationale Symposium „Bestand der Moderne – Kontinuität und Herausforderung“ der Österreichischen Gesellschaft für Architektur ÖGFA betrachtet das Thema „Bauen im Bestand“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln.
Im Rahmen des zweiten Teils ihres Schwerpunktprogramms „Status Quo Vadis – Die Zukunft der Architektur als Prognose und Programm“ mit dem Thema „Neue Aufgaben in der Planungspraxis“ setzt sich die ÖGFA mit dem Baubestand der Moderne auseinander. Die Bedeutung des Themas „Bauen im Bestand“ nimmt zu – gerade vor dem Hintergrund sich abzeichnender Ressourcenknappheit und demographischer Verschiebungen. Doch der Umgang mit dem Bestand der Moderne ist ein noch ungelöstes Problem. Das weitgehend auf das Gegensatzpaar „alt-neu“ reduzierte Denken, das bei den Bauten aus dem 19. Jahrhundert oder früherer Epochen so wunderbar funktioniert, stößt hier an seine Grenzen.
Das Symposium beginnt mit dem exemplarischen Blick auf das kulturelle Gewicht des Erbes der Wiener Moderne des 20. Jahrhunderts der Kunsthistorikerin Maria Welzig. Der Architekt Gaetano Licata aus Palermo untersucht in seinem Vortrag „Transformabilität der Moderne“ die Grundlagen der Disposition zur Veränderbarkeit in der Theorie der Moderne, ebenso wie Kriterien, Strategien und Problematiken, die sich in der Praxis verändernder Eingriffe in diese Bestände ergeben. Der Schweizer Architekt Bruno Reichlin setzt sich unter dem Titel „Das Erbe produzieren“ mit der Aufgabe der Forschung auseinander – ausgehend vom konkreten Bauwerk.
Das Nachmittagsprogramm besteht aus einet Reihe von Kurzvorträgen, die Fallbeispiele aus Italien, Deutschland und der Schweiz behandeln. Die vorgestellten beispielhaften Projekte zeigen unterschiedliche Intensitäten des Eingriffs bei der Arbeit am Bestand der Moderne sowie Beispiele für variierende Zielrichtungen der Veränderung. Das Spektrum reicht von dem extrem minimierten Eingriff bis zum kompletten Abriss mit anschließendem adaptiertem Nachbau, von der radikalen Uminterpretation bis zum originalgetreuen Rückbau.
Eine Podiumsdiskussion zum Abschluss der Tagung verbindet die Thematik des „Bauens im Bestand“ mit den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen bei der Arbeit am Bestand der Moderne in Wien. Angesprochen werden die Achtlosigkeit im Umgang, selbst mit herausragenden Meisterwerken der Wiener Moderne, die in den letzten Jahren zu beobachten war, ebenso wie das bis jetzt vernachlässigte Problem der unzähligen in die Jahre gekommenen Bauten der Wiederaufbau- und der Boomjahre.
Internationale Tagung „Bestand der Moderne“ Samstag, 28.11.2009, 9:00 - 22:00 Uhr TU Wien Kuppelsaal Karlsplatz 13, Stiege I, 4. Stock 1040 Wien
Teilnahme kostenfrei und ohne Anmeldung
Vorträge Anlassfälle der Wiener Moderne, Maria Welzig, Wien, Österreich Transformabilität der Moderne, Gaetano Licata, Palermo, Italien Das Erbe produzieren, Bruno Reichlin, Mendrisio, Schweiz
Fallbeispiele Verwaltungsbau Eternit Niederurnen, (2003–2004), Martin Boesch, Zürich, Schweiz Cité du Lignon, Genf, (2008–), Franz Graf, Genf, Schweiz Grundschule Rolandstraße, Düsseldorf, (2004–2006), Klaus Legner, Moers, Deutschland Studentenwohnungen Olympisches Dorf, München, (2006–), Rainer Hofmann, München, Deutschland Bundesschule in Bernau (2002–2007), Winfried Brenne, Berlin, Deutschland Hallenstadion Zürich (1993–2006), Ruggero Tropeano, Zürich, Schweiz Stazione Rogers, Triest (2008–2009), Gigetta Tamaro, Triest, Italien
Round Table Verfallsdaten - Erhaltungsfälle Trendwende im Umgang mit dem Bestand der Wiener Moderne? Diskussion mit Rudi Schicker, Planungsstadtrat Wien Friedrich Dahm, Landeskonservator der Stadt Wien Gaetano Licata, Architekt, Italien Bruno Reichlin, Architekt, Kulturtheoretiker, Schweiz Maria Welzig, Kulturhistorikerin, Wien Susanne Veit, Architektin, ÖGFA-Vorstandsvorsitzende Moderation Christian Kühn, Architekturtheoretiker, Wien
Kuratierung Elise Feiersinger, Andreas Vass, Susanne Veit
Thematisch ergänzende Veranstaltung der ÖGFA: Schindler Lecture #10 Bestand – Übergang Flora Ruchat Roncati im Dialog mit Sandra Giraudi Möglichkeiten und inneren Widersprüche einer als Tradition verstandenen Moderne Freitag, 27. November 2009, 19 Uhr Wiener Secession Friedrichstraße 12 1010 Wien
Weitere Informationen Schindler Lecture #10 Die Österreichische Gesellschaft für Architektur wurde 1965 gegründet und ist eine Plattform für die unabhängige, kritische Debatte zu Architektur und Stadtplanung. Ihre Vortrags- und Diskussionsabende bieten eine an aktuellen Fragestellungen orientierte Auseinandersetzung mit Baukultur. Ziel der ÖGFA ist die Förderung, Verbreitung und Vermittlung von Architekturkultur. Gemeinsam mit dem Institut für Architekturtheorie der Technischen Universität Wien gibt die ÖGFA die Zeitschrift für Architekturtheorie UmBau heraus.Marion Dondelinger