TV-Highlights
DETAIL TV Highlights zur Architektur 02/2010 [29.01.2010]
Im Februar zeigt sich das TV-Programm zum Thema Architektur sehr
abwechslungsreich. Parkhäuser und Tiefgaragen emanzipieren sich
zunehmend von ihrem Image als reine Abstellfläche. Die utopische Filmstadt Metropolis erstrahlt in neuem Licht. Die Klassische
Moderne scheint auf in den Städteporträts über Brasilia und Asmara. Für
eine Synthese von alter und neuer Baukunst steht die Jahrhunderthalle
in Bochum. Ein Künstler verbindet Elemente der Architektur und der
Bildhauerei zu minimalistischen Objekten.
3sat Dienstag, 2. Februar 2010, 16:00 Uhr
Brasilia - Utopie der Moderne
Dokumentation von Christoph Schaub, Schweiz 2007
Brasilia,
die Reißbrettstadt, ist weltweit einzigartig in ihrer
Entstehungsgeschichte, in ihrer Größe und Bedeutung. Von Anfang
an provozierte die Hauptstadt Brasiliens heftige Emotionen, wurde
bewundert und geliebt, aber auch abgelehnt und verachtet. Inzwischen
wurde die von Oscar Niemeyer geplante Stadt in das Weltkulturerbe der
UNESCO aufgenommen. Das Architekturporträt des renommierten Schweizer
Regisseurs
Christoph Schaub macht die
Stadt einerseits in ihrem urbanistischen Konzept und anderseits in
ihrer stringenten und modernen Architektursprache erfahrbar.

Foto: Petzinka Pink Architekten
arte Samstag, 6. Februar 2010, 7:30 Uhr
Die Jahrhunderthalle in Bochum
Dokumentation von Sabine Stadtmueller, D 2004
Mit
ihrer luftigen Stahlkonstruktion gilt die Jahrhunderthalle Bochum als
eines der ersten Beispiele für einen rein zweckbestimmten Ingenieurbau.
Nach ihrem behutsamen Umbau durch das Architektenbüro Petzinka Pink ist
sie zum Symbol für den gelungenen Grenzgang zwischen Tradition und
Moderne geworden – und mithin zu einem Wahrzeichen des neuen
Ruhrgebiets. Die Dokumentation beleuchtet die Arbeit der Architekten
und erzählt die Geschichte des Gebäudes, das eine beeindruckende
Synthese alter und neuer Baukunst darstellt.
hr Sonntag, 7. Februar 2010, 9:30 Uhr
Asmara - Die schöne Eritreerin
Dokumentation von Stefanie Appel, D 2009
Eritrea ist eines der ärmsten Länder der Welt. Doch seine Hauptstadt
Asmara besitzt ein phänomenales Architektur-Ensemble der europäischen Klassischen Moderne: rund 400 Bauten,
zwischen 1925 und 1941 von italienischen Kolonialherren errichtet. In
Asmara sind auf einzigartige Weise die Kulturen Europas und Afrikas verschmolzen. Der Film entdeckt eine Metropole voller
Widersprüche, nach wie vor geprägt von einem verblüffend italienisch anmutenden
Lebensstil. Er geht aber auch der dunklen Seite dieser
Eroberungsgeschichte nach - die Erinnerung an die damaligen
Rassengesetze und an die gewaltsamen Seiten der Kolonialherrschaft sind
bei den Einwohnern nach wie vor lebendig. Dreißig Jahre
eritreisch-äthiopischer Bürgerkrieg sind ebenfalls nicht spurlos an der Stadt Asmara vorübergegangen.

Foto: ZDF/©Bruno Klomfar
arte Sonntag, 7. Februar 2010, 0:05 Uhr
Der Glamour des Abstellraums
Dokumentation von Michael Trabitzsch, D 2009
Erstausstrahlung
Parkhäuser,
Tiefgaragen, Autohäuser und Museen für Autos waren lange Zeit nüchterne
bis hässliche Zweckbauten. Seit ungefähr 15 Jahren bemühen sich auch
berühmte Architekten um eine ästhetische und künstlerische Gestaltung
dieser Objekte. Die dreiteilige Dokumentationsreihe findet hierfür
beeindruckende Beispiele. Im ersten Teil sind Tiefgaragen in Lyon, Den
Haag, München, Graz und Rennes zu sehen, gestaltet von namhaften
Architekten und Designern. Der zweite Teil beschreibt Parkhausprojekte
in Europa und Japan. Dabei entstanden fantasievoll gestaltete Türme und
Geschossflächen, die Klarheit, Licht und Modernität ausstrahlen. Der
dritte Teil der Reihe zeigt, dass sich Autohäuser und Automuseen vom
profanen Zweck der Abstellfläche befreit haben und somit anziehend auf
eine städtische Klientel wirken, die Nutzen und Lifestyle nicht
voneinander getrennt erleben möchte.
Die Filme auf Arte Plus 7
Arte zeigt die Filme an drei
aufeinander folgenden Sonntagen jeweils gegen Mitternacht.

Foto: ©Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Transit Film GmbH/ZDF
arte Freitag, 12. Februar 2010, 20:15 Uhr
Metropolis
Metropolis – filmische Anti-Utopie einer Großstadt: In einer streng
getrennten Klassengesellschaft leben die Arbeiter versklavt in
unterirdischen Fabriken, während die Reichen ein luxuriöses Dasein in
der Oberstadt genießen. »Metropolis« gehört zu den wichtigsten Werken
der deutschen Filmgeschichte und ist der erste Film, der von der Unesco
zum Weltdokumentenerbe erklärt wurde. Doch die Originalversion des 1927
in Berlin uraufgeführten Klassikers war 80 Jahre lang verschollen. Erst
im Sommer 2008 spürten Mitarbeiter des Museo del Cine in Buenos Aires
ein 16-mm-Duplikatnegativ auf, das einen großen Teil des verloren
geglaubten Materials enthält. Die Uraufführung der neu rekonstruierten
»Metropolis«-Fassung wird am 12. Februar um 20.15 Uhr parallel an
mehreren Orten stattfinden: Einmal im Rahmen der Berlinale im
Friedrichstadtpalast, begleitet vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
mit der Originalmusik von Gottfried Huppertz, gleichzeitig auch in der
Alten Oper Frankfurt mit dem Staatsorchester Braunschweig. Das
Event im Friedrichstadtpalast wird zudem live von arte übertragen. Im
Anschluss zeigt eine Dokumentation die spannende Geschichte der
Restaurierung. Dank des neuen Filmmaterials vermittelt sie einen authentischen
Eindruck von der ursprünglichen
Fassung des Films, auch wenn noch immer etwa 300 Meter Film
fehlen.

Foto: ARTE F/©VL/Alyssa Verbizh
arte Sonntag, 28. Februar 2010, 13:00 Uhr
Künstler hautnah: Vincent LamourouxVincent
Lamouroux arbeitet mit klassischen Werkstoffen wie Holz, Stahl oder Neon. Sein minimalistisches Schaffen möchte einen Dialog
zwischen Ort, Raum und Werk anstoßen. Gezeigt wird die Installation seines Werks »Sol. 07« im Pariser Centre
Pompidou. Es spiegelt Lamouroux' Faszination für Achterbahnen wider.
Sie inspirieren ihn durch ihre Form und Bewegungsdynamik. Andere Werke des Künstlers verquicken Elemente der Architektur und der
Bildhauerei. Dazu gehören zum Beispiel das Neongebilde »Afterimage«
sowie ein verfallenes Gebäude, das Lamouroux nicht nur optisch, sondern
auch auf der Ebene der körperlichen Wahrnehmung veränderte.
Peter Popp
Link-URL: http://www.detail.de/artikel_tv-architektur_25233_De.htm