Vorschau


Vorschau: Heft 4/2010 Innenraum und Licht


Innenraum und Licht

Editorial

Gerade in Innenräumen spielt der Umgang mit Licht eine besondere Rolle, weit über die Grundanforderung hinaus, adäquate Helligkeitswerte zu garantieren. Wie sich Licht- und Raumkonzept auf beeindruckende Weise vereinen lassen, zeigt der Kirchenraum von Andreas Meck im Pfarrzentrum St. Nikolaus in Neuried bei München. Dessen skulpturale Raumform weitet sich zu zwei überdimensionalen Öffnungen, durch die diffuses Tageslicht einströmt. Es scheint die weißen Raumgrenzen aufzulösen und wird in seiner geheimnisvollen Wirkung zu einem tragenden Element des Raumerlebnisses.

Ein anderes integriertes Konzept verfolgt Francisco José Mangado Beloqui beim Entwurf des Archäologischen Museums in Vitoria. Von Oberlichtern auf dem Dach gespeiste Lichtfänger schießen hier als transluzente Quader schräg durch die ansonsten dunkel gehaltenen Ausstellungsgeschosse.

In der von Diller Scofidio + Renfro neu gestalteten Alice Tully Hall in New York bringt die Hülle selbst den Raum zum Leuchten. Das Furnier der sanft gekurvten Holzverkleidungen ist teils auf Kunstharzpaneele aufgebracht und lässt sich so von hinten belichten; der Saal kann, etwa vor Beginn einer Vorstellung, »erröten«.

Weitere Projektdokumentation stellen ebenso bemerkenswerte Innenräume vor – vom Spiel- und Schlafmöbel für Kinder in Paris bis zum Tiroler Holz-Systemhaus, von der zentralen Kaskadentreppe eines Basler Verwaltungsbaus bis zum konsequent durchgestylten Kapselhotel in Kioto.

Den Beitrag zu Sauerbruch Huttons Museum Brandhorst vertieft darüber hinaus ein Artikel im Technikteil. Darin vergleicht der Lichtplaner Andrew Sedgwick (Arup) das Lichtkonzept des Münchner Museums mit dem von Renzo Pianos neuestem Museumsbau, dem Modern Wing des Art Institute of Chicago.

Auch in der Rubrik Diskussion geht es darum, wie sich ein Grundkonzept bis ins Interieur fortschreiben lässt. Architekten und Betreiber veranschaulichen hier den Entstehungsprozess eines Hotels in München, bei dem Hild und K auch das gesamte Interieur samt unterschiedlichster Möbel- und Leuchtenentwürfe gestalteten.


Inhalt aus Heft 4/2010

Ein Hotel aus einem Guss – zur Entstehung des Louis in München S. 172
Diskussion | Autor: Christian Schittich | Madlener, Thomas |
Ruhr 2010 – drei neue Museen im Ruhrgebiet S. 282
Bericht | Autor: Christian Schittich |
Raumskulptur oder Möbelmarkt? Das VitraHaus spielt mit Simplifizierung und Komplexität – und gewinnt S. 286
Bericht | Autor: Frank Kaltenbach |
Spiel- und Schlafmöbel S. 296
Dokumentation | Architekt: h2o architectes |
Doppelhaus in Sistrans S. 299
Dokumentation | Architekt: maaars architecture |
Alice Tully Hall und Juilliard School in New York S. 303
Dokumentation | Architekt: Diller Scofidio + Renfro |
Kapselhotel in Kioto S. 311
Dokumentation | Architekt: Sigma Architectural Design |
Pfarrzentrum in Neuried S. 316
Dokumentation | Architekt: meck architekten |
Archäologisches Museum in Vitoria S. 322
Dokumentation | Architekt: Beloqui, Francisco Mangado |
Bürogebäude in Basel S. 329
Dokumentation | Architekt: Lampugnani, Vittorio Magnano |
Museum Brandhorst in München S. 334
Dokumentation | Architekt: Sauerbruch Hutton Architekten |
Zwei Museen – zwei Lichtkonzepte S. 344
Technik | Autor: Andrew Sedgwick |

Zusätzliche Online-Inhalte zu Heft 4/2010

Holzhaus für zwei Familien
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Detail, 12.03.2010