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60 Jahre Architektur: Rückblick und Ausblick mit FSB

„Wie schätzen Sie das Erbe der 60er-Jahre ein und wo steht die Architektur in 60 Jahren?“ In ihrer Grußbotschaft zum Geburtstag von Detail teilen Jochen Bauer und Wolfgang Reul ihre Gedanken mit uns.
 

Was haben uns die 60er Jahre in der Architektur hinterlassen?

JB: Was uns die 1960er-Jahre hinterlassen haben, kann man sehr schön mit einem Blick auf die alte Hauptstadt Bonn und die Bundeshauptstadt Berlin betrachten. Es sind zunächst zwei echte Ikonen der Nachkriegszeit, nämlich der Kanzlerbungalow in Bonn von Sep Ruf, mit seiner gläsernen, demokratischen Bauweise und die Neue Nationalgalerie von Mies van der Rohe in Berlin, die in den letzten Jahren von David Chipperfield Architects saniert und erst vor Kurzem feierlich eröffnet wurde. FSB ist hier beispielsweise heute mit Nachbauten ursprünglicher Original-Türdrücker, mit den Architekten eigens entwickelten Sonderlösungen als auch mit zeitgenössischen Modellen vertreten.

WR: Zu den Errungenschaften der 1960er-Jahre gehören aber auch Bauten von Egon Eiermann, zum Beispiel das ehemalige Abgeordnetenhaus in Bonn – umgangssprachlich auch als „Langer Eugen“ bekannt und heute Teil des UN-Campus in der Stadt – und der Neubau der Gedächtniskirche in Berlin. Eiermann wählte übrigens für seine Bauten meist einen „Keilformdrücker“ aus, bei uns heute als das Design FSB 1005 im Programm. In Berlin entstand in dieser Dekade auch die Philharmonie von Hans Scharoun, in direkter Nachbarschaft zur Neuen Nationalgalerie, und im Ostteil der Stadt wuchsen das Haus des Lehrers von Herman Henselmann und der Fernsehturm am Alex in die Höhe. Erwähnenswert sind aber auch die Beton-Schalenbauten von Ulrich Müther mit dem Teepot in Rostock-Warnemünde und der Hyparschale in Magdeburg. Nicht zu vergessen die Kirche in Velbert-Neviges „Maria, Königin des Friedens“ von Gottfried Böhm und die Robin Hood Gardens in London von den Architekten Alison und Peter Smithson, die vor einiger Zeit der Abrissbirne zum Opfer fielen. Last but not least: Oscar Niemeyers Kongressgebäude in Brasilia.


Wann sind Sie Detail zum ersten Mal begegnet?

WR: Daran kann ich mich nicht mehr genau erinnern, aber es muss zu der Zeit gewesen sein, als ich Mitte der 1990er-Jahre bei FSB vom Vertrieb in die Architektenberatung wechselte. Ahnungslos habe ich an den Wochenenden die damals bedeutenden Architekturzeitschriften studiert, um etwas über die Mutter aller Künste zu erfahren. Bei FSB standen sie mir ja alle zur Verfügung. Und die Detail lag dabei immer ganz oben! So lernte ich auch die Architekten kennen, die für die neue Hauptstadt bauten. Mit einigen von Ihnen entwickelten wir zu dieser Zeit „Türklinken für Berlin“. Gern erinnere ich mich noch an meine Antrittsbesuche mit unserem damaligen Geschäftsführer Jochen W. Braun bei Hans Kollhoff, Kleihues und anderen.

Wo glauben Sie steht die Architektur in 60 Jahren?

WR: Schwer zu sagen, gerade in Zeiten einer Pandemie, die schon so viele Veränderungen angestoßen hat. Nachhaltigkeit wird man in 60 Jahren nicht mehr erwähnen müssen, das wird dann Standard sein. Ökologische Materialien (Holz, Sekundäraluminium, etc.), und Cohousing werden sich ebenfalls durchgesetzt haben. In den Metropolen wird man zwangsläufig weiter in die Höhe bauen. Hochhäuser, aber auch Sakralbauten werden Mehrfachnutzungen anbieten und unser Straßenbild wird sich durch eine veränderte Mobilität deutlich gewandelt haben.

JB: Architektur wird in den kommenden Jahren weitere Entwicklungen durchmachen und neue Formen der Gestaltung, ebenso wie neue Raumkonzepte und Materialien stärker in den Fokus stellen. Seit jeher bringen Architektur wie auch Design Produkte und Gestaltungsprinzipien hervor, die bis heute nichts von ihrer damaligen Aktualität verloren haben und daher berechtigterweise als Klassiker bezeichnet werden. Heute überzeugen Konzepte und Entwürfe von vor 60 Jahren teilweise ebenso, wie es neue Gestaltungsansätze tun. Auch bei Türdrückern, die wir bei FSB als „Architektur en miniature“ verstehen, gilt dies. Heute stellen wir so beispielsweise neu aufgelegte oder von vergangenen Entwürfen inspirierte Klassiker in den Fokus einer Kommunikationskampagne – Neugedachte Klassiker. Diese Dynamik zwischen Alt und Neu wird es auch in 60 Jahren erneut geben und Entwürfe, die heute gestaltet werden, werden dann zu Klassikern gehören.
 

Jochen Bauer Nach langjährigen Anstellungen bei der Berliner Glas GmbH (1988-1998), der Euroglas Group (1999-2008) sowie der Schwinn Beschläge GmbH (2011-2016), ist Jochen Bauer seit 2016 als vertretungsberechtigter Geschäftsführer für die Franz Schneider Brakel GmbH tätig. Seit 2021 unterstützt ihn Tobias Gockeln in dieser Funktion im Unternehmen.

Wolfgang Reul ist seit Mitte der 1990er-Jahre in deutschlandweiter Außendiensttätigkeit mit den Schwerpunkten Vertrieb und Marketing für Architekten für FSB tätig und ein echter Türklinken- und Architektur-Enthusiast. Aktuell verantwortet er die Position Leitung Kommunikation Architektur im Brakeler Traditionsunternehmen.

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