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60 Jahre Architektur und Interior Design: Rückblick und Ausblick mit Werner Aisslinger

Das experimentelle Erbe der 60er-Jahre hat sich bis heute in den Köpfen der Kreativen festgesetzt. Wo stehen Architektur und Interior Design in weiteren 60 Jahren? Werner Aisslinger blickt zurück und wagt einen Ausblick anlässlich des 60-jährigen Jubiläums von DETAIL.

Was haben uns die 60er-Jahre in der Architektur hinterlassen?
Die 60er-Jahre repräsentieren auch heute noch vor allem ein Lebensgefühl! Dieses Jahrzehnt war eine Zeit des Aufbruchs, der Experimente und alternativer Lebensformen auch schon vor den sogenannten 68ern. Gerade der Kunst, dem Design, der Mode und der Architektur bereiteten die politischen Visionen und gesellschaftlichen Utopien, das postkoloniale Denken, die sexuelle Revolution, die Musik und Popkultur mit ihren Drogenexperimenten einen historisch einzigartigen Nährboden. Diese besondere Intensität und Kreativität der 60er hallt auch heute noch nach. 
In meinem Bereich haben sich die unvergleichlichen Elaborate von Gruppen wie superstudio oder Archigram in den Köpfen aller nachfolgenden Generationen von Kreativen festgesetzt. Ein unglaublich inspirierendes Erbe, von dem wir alle heute noch zehren.

Wann sind Sie Detail zum ersten Mal begegnet?
In meiner Zeit als Student der UdK (HdK) in Berlin war Detail im Unibibliotheksabo Teil der täglichen Lektüre. Der Fokus auf Fragen der Konstruktion, die Hands on-Attitüde, ohne das Ästhetische zu übergehen – das hat mich immer begeistert. Auch diese Grundausrichtung von Detail ist ja nicht zuletzt ein Erbe der 60er Jahre… 

Wo glauben Sie stehen Interior Design und Architektur in 60 Jahren?
Ich denke, in 60 Jahren werden Algorithmen den Großteil der generischen, automatisierbaren Prozesse in diesen Bereichen übernommen haben. Interior Design und Architektur werden nicht zuletzt am CO2 Footprint der verwendeten Produkte und Materialien, des Entwurfs wie der notwendigen baulichen Operationen gemessen werden. Man wird sich an nachwachsenden Rohstoffen und regenerierbaren Energien orientieren, um eine Weltbevölkerung von 12 Milliarden Menschen in der Balance mit den Ressourcen der Erde zu halten. Das heißt dann auch, dass Interior Design und Architektur sehr viel mehr auf den Grundlagen von Biologie & Wissenschaft kreativ aufbauen werden.

Werner Aisslinger (*1964) entwirft für Marken wie Vitra, Moroso, Dedon, Cappellini, HansGrohe, Kaldewei, Foscarini, Canon, Haier, Nomos oder Wästberg und seine materialorientierten Designobjekte sind in Museumssammlungen wie dem MoMA und dem Metropolitan Museum in New York, dem Fonds National d´Art Contemporain in Paris, dem Victoria und Albert Museum in London oder der Vitra Design Sammlung zu sehen. Seine Einzelausstellungen wie „Home of the Future“ 2013 in Berlin oder „House of Wonders“ 2017 in der Neuen Sammlung in München sind eine Symbiose aus Utopia und Gesellschaftskritik mit Augenzwinkern. 2014 eröffnete er seine Ausstellung zum AW Designer of the Year in Köln. Sein Office studio aisslinger in Berlin und Singapore ist zunehmend im „spatial design“ aktiv und plant neben Coworking Spaces wie Headquarters, Hotels für 25hours, Malls für die Central Group in Asien oder New Work-Büros für Zalando vor allem „experience -Architektur“.

Rückblick und Ausblick mit Werner Aisslinger, Foto: Steffen Jänicke
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
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