You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Dünen aus Tropenholz – Kreuzfahrtterminal in Yokohama (1995-2002)

Lange Zeit galt in der Architektur das Credo: Natur ist Natur, und Häuser sind etwas anderes. Von Ausnahmen wie künstlichen Grotten in Landschaftsgärten oder den Erdhügelhäusern der frühen Ökologiebewegung einmal abgesehen, änderte sich daran bis Ende des 20. Jahrhunderts wenig. Dann jedoch wurden Gebäudeformen, die Verkehrsströmen oder imaginären Kraftlinien in der Landschaft folgten, nicht nur denkbar, sondern mit digitalen Methoden auch berechen- und baubar. Mit ihrem Terminal in Yokohama realisierten Farshid Moussavi und Alejandro Zaera-Polo 2002 das vielleicht prominenteste Beispiel für diese Spielart der Architektur und legten damit zugleich den Grundstein ihrer internationalen Karriere. Schon 1995 hatten sie, damals beide erst Anfang 30, den mit mehr als 600 Teilnehmern bis dato größten Architektenwettbewerb in Japan gewonnen. Später verlegten sie auch ihren Bürositz zeitweilig nach Yokohama, um den Bau des Terminals zu beaufsichtigen.

Das Gebäude ist Ankunfts- und Abfahrtsort für Schiffspassagiere, aber mit seiner sanft hügeligen, mit Ipéholz belegten Dachlandschaft auch Aussichtsplattform und Plaza für die Stadtbevölkerung. In diese Dünenlandschaft aus Hartholz ordnen sich alle anderen Elemente nahtlos ein: Die Eingänge ins Terminal verschwinden in den Falten des künstlichen Terrains, das Holzdeck ist mit minimalistischen, abenteuerlich schräg stehenden Leuchten und Bänken möbliert und die Glasfassaden so gefaltet, dass sie ganz ohne vertikale Pfosten auskommen. Die Grundrisse der beiden Geschosse – unten parken die Autos, oben werden die Passagiere abgefertigt – sind linear organisiert und weitgehend achsialsymmetrisch. Im oberen Geschoss spannt sich ein gefaltetes Blechdach stützenfrei über die Ankunfts- und die Wartehalle. Dahinter verbergen sich Stahlfachwerkrahmen, die so aneinander gelehnt sind, dass sie auch statisch ein Faltwerk bilden.

Inzwischen sind Foreign Office Architects längst Geschichte: Ende 2009 gaben die beiden Partner ihre Trennung bekannt. Heute betreiben sie zwei getrennte Büros – Moussavi in London und Zaera-Polo in Madrid.

Online-Datenbank DETAIL inspiration

Die fünfseitige Projektdokumentation des ursprünglichen Gebäudes von Foreign Office Architects finden Sie in unserer digitalen Datenbank DETAIL inspiration. Die Bild- und Referenzdatenbank unterstützt Sie bei der Suche nach Baulösungen über visuelle Inspiration – lösungsorientiert, kontextrelevant und punktgenau. Mit über 5.800 dokumentierten Projekten aus 60 Jahren DETAIL ist DETAIL inspiration eine hochwertige Recherche- und Inspirationsquelle für Architekten und Bauingenieure. Durch laufende Updates wird die Datenbank ständig erweitert und liefert Ihnen dank ihres klar strukturierten Such-und Auswahlsystems schnelle Ergebnisse. Lernen Sie die DETAIL inspiration im Video kennen! 

Link zur Projektseite der DETAIL inspiration Datenbank 
> Jetzt die Online-Datenbank für Architekten und Bauingenieure einen Monat kostenlos testen

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
/0
Kistefos Museum, Oslo, BIG

Let’s twist again: Kistefos Museum bei Oslo von BIG

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.