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Ausblick und Rückblick auf 60 Jahre Architektur mit Frank Barkow und Regine Leibinger

Science-Fiction-Visionen und nachhaltige Lebensbedingungen: Was haben beide Themen miteinander zu tun und wo sieht Barkow Leibinger Architektur sich in weiteren 60 Jahren? Kurz und auf den Punkt antworten beide Architekten auf unsere Fragen.

Katrin Voermanek: Sagt mal, die Detail feiert Geburtstag und will von Euch wissen, was uns die Architektur der 60er-Jahre hinterlassen hat.

Regine Leibinger: Super, ich liebe diese Zeit, genau meine Architektur: Breuer, Aalto, Lewerentz, Scharoun – was für Raumschöpfungen, was für ein feiner Umgang mit Material. Und die Möbel erst. Auch Werner Düttmann wird gerade völlig zurecht gefeiert....

Frank Barkow (unterbricht): NO way, diese vertrockneten Modernisten, das ist doch nicht das wichtigste Erbe der Sechziger! Da ging es um Optimismus und Utopie, um Raumfahrt und Revolution. Bucky Fuller und Paolo Soleri wollten schon damals die Welt retten, Hollein, Haus Rucker Co, Archigram, Superstudio – das sind Helden, die uns heute noch was zu sagen haben.

Katrin Voermanek: Hmmm, und wie sollen wir das jetzt in einem Statement unterbringen?

Regine Leibinger: Frank, seit wann kennst Du Detail? Ich glaube, bei uns gab es das schon an der Uni, musste man haben.

Frank Barkow: Nein, bei mir war das viel später, erst hier in Deutschland.

Katrin Voermanek: Passt ja schon wieder richtig gut zusammen. Vielleicht sollten wir absagen.

Regine Leibinger und Frank Barkow (synchron): Auf keinen Fall, ist doch so ein gutes Heft! Wir machen mit.

Katrin Voermanek: Könnt Ihr vielleicht sagen, wo die Architektur Eurer Meinung nach in 60 Jahren stehen wird?

Frank Barkow: Sie wird total performativ sein, adaptiv, von Technologie getrieben, digitalisiert, automatisiert...

Regine Leibinger (unterbricht): Ach was, das ist doch Science Fiction, heute ist auch nicht alles total anders als vor 60 Jahren! So schnell geht das nicht. Sind wir mal froh, wenn die Architektur bis dahin wirklich klimagerecht und recyclingfähig ist, wenn Menschen sowohl auf dem Land als auch in der Stadt gute Lebensbedingungen finden, wenn es weiterhin Orte und Räume gibt, in denen Gemeinschaft entsteht.

Katrin Voermanek: Und was schicke ich jetzt an Detail?

Regine Leibinger und Frank Barkow: Einen ganz herzlichen Glückwunsch! Weiter viel Erfolg und Unabhängigkeit im Denken. Und dass wir beide das hier noch ausdiskutieren müssen, damit wie immer ein gutes Ergebnis rauskommt.

Frank Barkow und Regine Leibinger haben 1993 ihr amerikanisch-deutsches Büro in Berlin gegründet. Es beschäftigt heute rund 80 Mitarbeiter. Die Bandbreite der Leistungen von Barkow Leibinger umfasst öffentliche Bauten, Bürogebäude sowie Innenausbauten für Wohnen und Gewerbe im Bestand. Zum inhaltlichen Schwerpunkt – dem Bauen für mittelständische und große Unternehmen – gehören neben der Aufstellung langfristiger Masterpläne zur Standortentwicklung vor allem die Planung und Realisierung repräsentativer und funktionaler Bauten für Produktion, Logistik und Verwaltung. In den letzten Jahren wurden u.a. der „Tour Total“, die Deutschlandzentrale des französischen Mineralölkonzerns nahe des Berliner Hauptbahnhofs, der Fellows Pavilion für die American Academy in Berlin und das Serpentine Summer House in London fertiggestellt. Zuletzt eröffneten die Trumpf Smart Factory in Chicago und das Harvard ArtLab in Cambridge. Das Selbstverständnis des Büros ist durch das Zusammenspiel von Praxis, Forschung und Lehre geprägt. In jüngster Zeit stand in allen drei Bereichen die Frage im Mittelpunkt, wie sich digitale Fertigungstechnologien und von Maschinen serienmäßig maßgeschneiderte Komponenten so anwenden lassen, dass sie Architektur nicht nur als Oberfläche oder Accessoire ergänzen, sondern dazu beitragen, dass konstruktive, räumliche Strukturen entstehen.

Frank Barkow und Regine Leibinger, Barkow Leibinger, Berlin, Foto: Corinne Rose, Elke Selzle
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
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