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Kursaal in San Sebastián von Rafael Moneo, Spanien, DETAIL 03/2000, Aus unserem Archiv

Leuchtzeichen für die Kultur: Kursaal in San Sebastián von Rafael Moneo (2000)

Irgendwie passen sie ja zusammen, der Name „Kursaal“ und das ehemals mondäne Seebad San Sebastián am Ufer der Biskaya. Dennoch ist die deutsche Bezeichnung, die Rafael Moneos Kulturbau seit seiner Einweihung 1999 trägt, erklärungsbedürftig: Zwischen 1921 und 1973 erhob sich an gleicher Stelle der Gran Kursaal, ein neobarockes, repräsentatives Stück Vergnügungsarchitektur mit Gastronomie und Veranstaltungssälen. Nach seinem Abriss und dem fehlgeschlagenen Versuch, an gleicher Stelle einen Wohnungsbau zu errichten, lobte die Stadtverwaltung 1990 einen Wettbewerb für ein Kongresszentrum mit Auditorium aus, den Rafael Moneo gewann.

Transluzente Polyeder
Sein zweiteiliger Solitär erhebt sich am Stadtstrand La Zurriola, von den angrenzenden Wohnvierteln durch die Uferstraße und von der Altstadt durch die Mündung des Flusses Urumea getrennt. Die Abwesenheit städtebaulicher Bezugspunkte gab dem Architekten, der noch während der Bauzeit 1996 den Pritzker-Preis erhielt, größtmögliche Gestaltungsfreiheit. Mit den beiden diaphanen Polyedern – der größere ist 65 x 46 x 22 m, der kleinere 43 x 32 x 20 m groß – schuf Moneo ein Leitbild für eine ganze Welle von Neubauten der 2000er-Jahre, die mit dem Thema der Transluzenz spielten. Nie zuvor hatte er nach eigenem Bekunden großflächig mit Glas gearbeitet – und die Vorbilder, die Moneo für seinen Neubau zitiert, lassen diese Materialwahl auch nicht vermuten: Es sind das Opernhaus von Sydney mit seinen Betonschalen und die großformatigen Stahlskulpturen von Jorge Oteiza.

Leuchtzeichen der Kultur
Was immer Moneo von ihnen übernahm, das Ergebnis ist frappierend: Tagsüber wirken die beiden Baukörper milchig schimmernd, nachts werden sie, farbig illuminiert, zu Leuchtzeichen der Kultur am Meeresufer. Die Fassaden sind zweischalig aufgebaut, mit dazwischenliegenden, mächtigen Stahlskeletten, die die leicht geneigten Dächer tragen. Die Außenhülle bilden konkav gewölbte Verbundsicherheitsglasscheiben, die ihrerseits aus einem dünnen Profilglas und einem sandgestrahlten Floatglas laminiert wurden. Die innere Glashülle, die zugleich die Foyers und Erschließungsbereiche einfasst, bilden plane, ebenfalls sandgestrahlte Verbundsicherheitsgläser. Außen wie innen sind die Scheiben 2500 x 600 mm groß und werden nur an der Ober- und Unterseite von Metallprofilen gehalten, um die horizontale Bänderstruktur der Fassaden zu betonen.

Weitere Informationen:

TGA-Planung: Juan Gallostra y Asociados
Akustik: Higini Arau
Bauunternehmen: Dragados - Amenabar - Altuna y Uría

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