You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Neuerfindung des Wolkenkratzers – HSBC Headquarters in Hong Kong (1986)

Ein britischer Architekt, der noch nie im Ausland tätig war und noch kein Haus mit mehr als vier Geschossen gebaut hat, würde zu einem Wettbewerb für ein Bankhochhaus in China heute kaum noch eingeladen. 1979 war dies noch möglich, und so konnte Norman Foster die damalige britische Kronkolonie Hongkong in den Folgejahren um ein Hochhaus ganz neuen Typs bereichern. Im Gegensatz zu fast allen bis dato realisierten Wolkenkratzern hatte die Hauptverwaltung der Hongkong and Shanghai Bank (heute ein Tochterunternehmen der HSBC-Holding) keinen tragenden, zentralen Stahlbetonkern und noch nicht einmal ein Erdgeschoss. Unter dem Haus befindet sich ein öffentlicher Platz, von dem aus Rolltreppen in die Eingangsetage der Bank emporführen. Das teils außenliegende, an übereinandergestapelte Hängebrücken erinnernde Tragwerk passt perfekt zu dieser Brückentypologie. Getragen wird es von acht riesigen, aus je vier Stahlrohrstützen zusammengesetzten Masten. Jede einzelne Stütze hat am Fußpunkt einen Durchmesser von 140 cm und eine Wandstärke von 10 cm.

Mehrgeschossige Hängeträger
In Gebäudelängsrichtung verbinden mehrgeschossige Hängeträger diese Masten, von denen jeweils bis zu acht Bürogeschosse abgehängt sind. Um eine ausreichende Besonnung der umliegenden Straßen und Plätze zu garantieren, gliederten Foster und sein Team das Bürohochhaus in drei Scheiben mit 35, 47 und 28 Geschossen. An den Längsseiten sind die Curtain-Wall-Fassaden in Höhe der Hängeträger leicht eingerückt. Normalerweise würde man hier die Technikgeschosse vermuten, doch Foster und sein Team nutzten diese doppelt geschosshohen Bereiche für besondere Nutzungen wie Konferenzräume und die Chefetage der Bank und ergänzten sie durch vorgelagerte Freiterrassen.

Materialien aus dem Flugzeugbau
Stahl statt Stahlbeton für das Tragwerk zu verwenden, sparte dem Neubau zwar Gewicht, war für die Bauunternehmen in der britischen Kronkolonie jedoch gänzlich ungewohnt. Letztlich wurde der Baustahl weitgehend aus dem britischen Mutterland importiert. Auch im Innenraum legten die Architekten Wert auf Gewichtsersparnis: In den Büroräumen wurde ein Doppelbodensystem zur flexibler Leitungsführung verlegt, dessen Paneele aus Aluminium-Wabenkernplatten bestehen. Dieses Material hatte der begeisterte Privatpilot Norman Foster aus dem Flugzeugbau übernommen.

Online-Datenbank DETAIL inspiration

Die zehnseitige Projektdokumentation über die Hongkong Bank finden Sie in unserer digitalen Datenbank DETAIL inspiration. Die Bild- und Referenzdatenbank unterstützt Sie bei der Suche nach Baulösungen über visuelle Inspiration – lösungsorientiert, kontextrelevant und punktgenau. Mit über 5.800 dokumentierten Projekten aus 60 Jahren DETAIL ist DETAIL inspiration eine hochwertige Recherche- und Inspirationsquelle für Architekten und Bauingenieure. Durch laufende Updates wird die Datenbank ständig erweitert und liefert Ihnen dank ihres klar strukturierten Such-und Auswahlsystems schnelle Ergebnisse. Lernen Sie die DETAIL inspiration im Video kennen! 

Link zur Projektseite der DETAIL inspiration Datenbank 
> Jetzt die Online-Datenbank für Architekten und Bauingenieure einen Monat kostenlos testen

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
/0
Kistefos Museum, Oslo, BIG

Let’s twist again: Kistefos Museum bei Oslo von BIG

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.