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40 km neue Fugen von tubag für den Turm von St. Nikolai in Hamburg

Alle Fassaden des Kirchtums St. Nikolai wurden in Messbildern erfasst, zu einem maßstabsgerechten Gesamtbild zusammengesetzt und die Daten auf einen Zentralrechner mit einer Kartierungssoftware weitergeleitet. Die mit den Arbeiten betreute Arbeitsgemeinschaft St. Nikolai Hamburg um AHB Architekten und Ingenieure aus Salzgitter und Alk ­Arwed Friedrichsen aus Hamburg untersuchte in diesem Verfahren jeden Sandsteinquader, jeden Backstein, jede Fuge und jeden Stahlanker.
Das Ergebnis: Über 10 000 Sandsteine mussten gesetzt, 13 000 Ziegel ausgetauscht und 40 km Fugen erneuert werden. 2014 startete die eigentliche Sanierung. Denkmalpflegerisches Ziel war es, die historische Bausubstanz in ihrem Ruinencharakter und mit allen Spuren zu bewahren.

Während der ersten großen Sanierung nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sowohl die Natursteine als auch die Ziegel hydrophobiert. Doch das Hydrophobierungsmittel drang zu stark in die Steine und Fugen ein und schädigte den Haftungsverbund so sehr, dass Teile des Mauerwerks heraus­brachen. Für die Sanierung der Fugen tes­tete die Arge im Labor unterschiedliche Mörtel auf ihre Haft- und Scherfestigkeit. Die Entscheidung fiel auf den tubag TKF Trass-Kalk-Fugenmörtel.

Um den Mörtel auf die hydrophobierten ­Steine anzupassen, entschied sich die Arge für eine ungewöhnliche Lösung: eine Haftschlämme, um den Verbund zwischen Sandsteinen und Fugenmörtel bzw. zwischen Ziegeln und Fugenmörtel zu erhöhen. Die tubag TNH-flex Trass-Naturstein-Haftschlämme wird in der Fuge verteilt und erst dann wird der Fugenmörtel frisch-in-frisch eingebracht. Während die Schlämme als Standardprodukt eingesetzt werden konnte, erforderte der Kirchturm einen objektbezogen eingestellten Mörtel. Dort war nicht nur eine hohe Haftzug-Festigkeit erforderlich, sondern auch Frost-Tauwechsel-Bestän­digkeit.

Je nach Höhe der Fuge verwendete die Arge einen Mörtel mit unterschiedlichen Körnungen: bis 8 mm Fugenhöhe eine Körnung von 0 –2 mm, zwischen 8 und 15 mm eine Körnung von 0 – 4 mm. Die größere Körnung wurde so oft wie möglich genutzt, um das Schwindmaß des Mörtels zu reduzieren. Insgesamt 40 km Fugen mussten instand gesetzt werden. Weil die ursprünglichen Fugen bei der ersten Nachkriegssanierung konisch zugeschnitten wurden, mussten sie zunächst auf eine gleichmäßige, rechteckige Ausformung vergrößert werden.

Die Fugen wurden mit Druckluft gereinigt, genässt und danach überschüssiges Wasser mit Druckluft herausgeblasen. Im nächsten Schritt brachten die Fachhandwerker die Haftschlämme TNH-flex mit einem kleinen Pinsel so in die Fugen ein, dass die Innenflächen gleichmäßig mit der Haftschlämme bedeckt waren. Frisch-in-frisch wurde anschließend mit einem Spatel der TKF Fugenmörtel eingebracht. Überstehende Mörtelreste wurden abgekratzt und die Fugen­ränder mit einem feuchten Pinsel gereinigt. Um zu verhindern, dass der starke Wind am Turm die Feuchtigkeit aus dem frischen Mörtel zieht, hielten die Handwerker den Mörtel noch eine Woche lang feucht, um ein Abbrennen zu verhindern.

www.tubag.de

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 10/2017
DETAIL 10/2017, Mauerwerk

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