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60 Jahre Architektur und Interior Design: Rückblick und Ausblick mit Peter Ippolito

Die Begriffe Qualität und Experiment umschreiben das Erbe der 60er-Jahre. Wo stehen Architektur und Interior Design in weiteren 60 Jahren? Peter Ippolito blickt zurück und wagt einen Ausblick anlässlich des 60-jährigen Jubiläums von DETAIL.

Was hat uns die Architektur der 60er-Jahre hinterlassen?
Den Gestaltungsanspruch einer Generation, die mit großem Optimismus und Fortschrittswillen an die Arbeit gegangen ist. Dieser Wille, eine Welt zu schaffen, war gerahmt von einer Ordnung, die schon wieder im Begriff war zu zerbrechen. Deswegen sind die 60er-Jahre ein sehr spannendes Jahrzehnt. Ich persönlich verbinde mit ihnen den Begriff der Qualität und das Experimentieren, das Aufbrechen von Traditionen und Gewohnheiten. Nicht zuletzt sind sie auch das Geburtsjahrzehnt meiner Generation, die nie zuvor gekannte Privilegien geerbt hat: Das Aufwachsen in Frieden und Wohlstand. Heute frage ich mich, ob wir diese Chance auch wirklich gut genutzt haben.

Wann sind Sie Detail zum ersten Mal begegnet?
Die Detail war eine der ersten Fachzeitschriften, die ich im Studium gelesen habe. Sie war und ist für mich ein wertvolles Werkzeug, um zu verstehen, wie Architektur Wirklichkeit wird.

Wo glauben Sie steht die Architektur in 60 Jahren?
Mit Sicherheit woanders, als wir es uns heute vorstellen. Persönlich hoffe ich, dass sie prozessualer wird, integrierter, weniger abgrenzend und dadurch veränderbarer und nutzungsoffener. Auch deutlich nachhaltiger in der Entstehung und in ihren Lebenszyklen. Und schließlich denke ich, dass die Digitalisierung sowohl das Entwerfen als auch das Nutzen von Architektur grundsätzlich verändern wird.

Peter Ippolito studierte Architektur in Stuttgart und Chicago. Während dieser Zeit war er als Assistent von Prof. Ben Nicholson (Chicago) tätig und sammelte praktische Erfahrungen im Studio Daniel Libeskind (Berlin). 2002 gründete er gemeinsam mit Gunter Fleitz die Ippolito Fleitz Group. International bekannt wurde das multidisziplinäre Designstudio mit Innenarchitektur- Kommunikations- und Produktdesignprojekten. Viele der Arbeiten wurden mit namhaften Preisen ausgezeichnet, darunter mehrere iF Gold, red dot und ADC Awards. 2015 wurden Peter Ippolito und Gunter Fleitz als die ersten deutschen Gestalter aus dem Bereich der Innenarchitektur in die ›Interior Design Hall of Fame‹ aufgenommen.
Neben seiner gestalterischen Arbeit war Peter Ippolito mehrfach in der Lehre tätig und wird gern als Referent oder als Mitglied von Wettbewerbsjurys angefragt. Peter Ippolito ist Mitglied im Deutschen Designer Club.

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