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Nordkettenbahn, Hungerburgbahn, Österreich, Innsbruck, Zaha Hadid Architects, Werner Huthmacher

90 Jahre Nordkettenbahnen, 10 Jahre Hungerburgbahn

Seit ihrer Inbetriebnahme am 8. Juli 1928 verbinden die Nordkettenbahnen die Stadt Innsbruck und das nördlich angrenzende Karwendelgebirge. Die Bauarbeiten begannen im Juli 1927. Aus dem Architekturwettbewerb der Stadt Innsbruck ging der junge Innsbrucker Architekt Franz Baumann als Sieger hervor. Seine unter Denkmalschutz stehenden Stationsgebäude sind im Stadtbild noch heute präsent.

Die Entwicklung zu einem der wichtigsten touristischen Zugpferde und einem der modernsten Erholungsgebiete Tirols nahm insbesondere in den vergangenen zwanzig Jahren einen rasanten Verlauf, begleitet durch zahlreiche architektonische Eingriffe.

Die vier Stationen der Hungerburgbahn von Zaha Hadid haben sich seit ihrer Eröffnung im Dezember 2007 rasch zu einem Besuchermagneten und beliebten Fotomotiv entwickelt. Die Bahn fungiert als wichtiges Bindeglied zwischen Stadt und Hungerburg und stellt den Anschluss an die Nordkettenbahn und das Hafelekar her. In weniger als 20 Minuten gelangt man seither aus dem Innsbrucker Stadtkern in hochalpines Gelände – ein unschätzbar wertvoller Naherholungsfaktor für die Stadt.

Die gestalterische Grundidee resultiert aus dem Zusammenspiel kontrastierender Elemente: der leichten, frei geformten Dachschale aus Glas, die an Schnee- und Gletscherlandschaften denken lässt, und dem plastisch modellierten Sockel aus Sichtbeton, der Treppen und Bahnsteige aufnimmt. Die skulpturalen Baukörper passen sich dem jeweiligen topografischen und städtebaulichen Kontext an: Die Station Kongresszentrum fügt sich in den städtischen Raum ein und unterstreicht die Bewegungsrichtung; die zwischen Uferpromenade und Inn liegende Station Löwenhaus übersetzt die Dynamik des Flusses in eine gewellte Form; ein Glasturm mit Aufzug kennzeichnet den am Steilhang liegenden Haltepunkt Alpenzoo; eine S-förmige Dachschale überwölbt die Treppenrampen der Endstation Hungerburg. Trotz der Variationen bleibt die formale Verwandtschaft der Stationen klar ablesbar.

­­­Bereits 1998 realisierten Holzbox Tirol eine neue Tal- und Bergstation für den Sessellift von der Seegrube zur Frau-Hitt-Warte auf eine Höhe von 1990 m über dem Meeresspiegel führt. Beide Einheiten sind als Pavillons in Leichtbauweise konzipiert. Die Holzkonstruktion besteht aus Leimholzbindern mit dazwischen liegender Dämmung und einer Beplankung aus Dreischichtplatten. Die oberste Schicht bildet ein begehbarer Holzrost. Die beiden Holzkörper wiegen jeweils lediglich fünf Tonnen. Werkseitig wurden sie komplett montiert und anschließend per Hubschrauber auf die Baustelle geflogen und aufgestellt. Auskragende Stahlträger stellen die Verbindung zur vor Ort gegossenen Fundamentplatte her.

Das jüngste Beispiel für eine ambitionierte Verbindung zwischen Architektur und gebauter Landschaft liefert das Architekturbüro Snøhetta mit dem im Herbst 2017 eröffneten Nordkette Perspektivenweg. In die Landschaft eingebettete architektonische Elemente aus Cortenstahl und Lärchenholz eröffnen ungeahnte Perspektiven in die Umgebung und setzen gleichzeitig markante Kontrastpunkte zur umgebenden Topografie.

Die Entwicklung, die vor 90 Jahren begann, ist damit sicherlich noch nicht zu Ende. Man darf gespannt sein, mit welchen architektonischen Attraktionen Innsbruck und die Nordkettenbahnen zum 100-jährigen Jubiläum aufwarten.

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