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architecten de vylder vinck taillieu, Seniorenwohnanlage, Ternat

98 eigene Adressen: Seniorenwohnanlage in Ternat

Das Seniorenwohn- und Pflegezentrum Kapelleveld liegt mitten in der belgischen Kleinstadt Ternat – und doch im Grünen, was in einer Gemeinde von 15.000 nichts Ungewöhnliches ist. Wie fügt man hier, zwischen Einfamilienhäusern und Supermärkten, einen Neubaukomplex mit 98 Wohneinheiten ein? Die Architekten verteilten das Raumprogramm auf sechs unterschiedlich lange Gebäudeflügel, die durch eine zentrale Querspange miteinander verbunden sind. Hier befinden sich die Gemeinschaftsbereiche – allen voran eine große Cafeteria mit Freiterrasse – sowie ein Friseur, Praxisräume und die Verwaltungsbüros. Die sechs Wohnflügel werden durch Mittelflure zweihüftig erschlossen. Die vier kürzeren beherbergen die 57 Pflegezimmer, die beiden längeren 41 barrierefreie Wohnungen für selbständiges Wohnen.

Um den Erschließungsfluren und den Fassaden jegliche Monotonie zu nehmen, sind die Wohneinheiten und Zimmer diagonal versetzt angeordnet. Entlang der Flure wechseln sich schmalere und breitere Abschnitte ab, wobei an den breiteren Stücken jeweils zwei Eingänge einander diagonal gegenüber liegen. Am Außenbau findet dieses Spiel seine Entsprechung in einer gestaffelten Folge von Übereckfenstern auf beiden Etagen. Bei den Pflegezimmern ist jeweils die Schmalseite dieser Glasecke öffenbar und die längere Seite fest verglast. Bei den Wohnungen führen aus den Erkern Türen hinaus auf vorgelagerte Balkone und Terrassen.

Zusammengehalten wird der vielgliedrige Baukörper durch sein gemeinsames, flach geneigtes und weit auskragendes Dach. Bei Materialwahl und Detaillierung blieben die Architekten ihrem Prinzip treu, regionale Bautraditionen durch ungewöhnliche Farbkombinationen und übersteigerte Formen gewissermaßen zu verfremden – aber wie beim Thema »Maßstab« stets nur so weit, wie es der Respekt vor dem örtlichen Kontext zulässt. Ziegelbauten etwa sind in Ternat allgegenwärtig – aber eben normalerweise nicht in dem Cremeweiß, das de vylder vinck taillieu für ihr Gebäude wählten. Um den Glaserkern im Mauerwerk eine eigenständige Plastizität zu verleihen, sind sie mit überbreiten schwarzen Rahmen versehen und werden von türkisgrünen Markisen verschattet. Unter den schlanken Dachrändern ragen dicht gestaffelte, rot gestrichene Kragbalken hervor, deren Stirnseiten als Wasser- und Fäulnisschutz mit Edelstahlplatten verkleidet sind.

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Weitere Informationen:

Tragwerksplaner:
Pascal de Munck
TGA-Planung: Studiebureel Boucherie/Maes Projects
Bauunternehmer: Jan De Nul

 

 

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