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Egypt Embassy, Promontorio, Portugal

Ägyptischer Steinbau im neuen Gewand: Embassy of Egypt von Promontorio

Das neue ägyptische Botschaftsgebäude in Lissabons wohlhabendem Stadtteil Restelo reiht sich ein in die zahlreichen Villen der 1940er- und 1950er-Jahre, die den Straßenrand säumen. Viele dieser Villen wurden ebenfalls schon zu diplomatischen Auslandsvertretungen umgewandelt. Die Architektur dieser Gebäude ist maßgeblich von den hohen Sicherheitsanforderungen an eine Botschaft geprägt.

Das ägyptische Konsulat positioniert sich zentral auf dem Grundstück und ist von Gärten umgeben. Durch große Sicherheitstore erhält man Zugang zum öffentlichen Eingang sowie zur Tiefgarage.

Der monolithische Baukörper setzt sich aus verschiedenen Volumen zusammen, die so gegeneinander verschoben sind, dass mehrere Balkone und Außenflächen entstehen. Die Fassade besteht aus dunklen, vorgefertigten Paneelen aus GRC-Beton (Glassfiber Reinforced Concrete), der durch die Kombination von Zementmörtel mit kieselartigem Sand und Glasfaser eine besonders hohe Zugfestigkeit und Biegsamkeit aufweist. Die Paneele sind auf einem Ständerwerk ausgebildet und mit einem Muster aus Bas-Reliefs überzogen, die mit einer speziell für dieses Projekt angefertigten Form hergestellt wurden. Das Muster imitiert auf dezente Art und Weise die geometrischen Motive der ägyptischen Kultur und belebt die massig wirkende Fassade durch sein interessantes Schattenspiel im Sonnenschein. Das anthrazitfarbene Pigment der Betonplatten verdeutlicht die monumentale Erscheinung der ägyptischen Botschaft und bildet zugleich einen starken Kontrast zu den schmalen bronzefarbenen Fensterprofilen.

Im Inneren des Gebäudes werden klare Grenzen zwischen privaten und öffentlichen Flächen gezogen. Die privaten Nutzungen befinden sich in geschlossenen Räumen, abgeschirmt von den Blicken der Außenwelt, während sich die öffentlichen Flächen lediglich auf ein Atrium beschränken, sodass der Besucher zu jeder Zeit im Gebäude sichtbar ist.

Die vertikale Holzverschalung im Innenraum bildet eine raumumfassende Einheit, die sich als Treppengeländer beginnend bis zu den Wänden hinaufzieht. Die Textur und Struktur des Holzes erzeugt eine angenehm warme Atmosphäre im sonst sehr massiven Gebäude und steht im Kontrast zu den weißen Steinplatten, die den restlichen Innenraum gestalten.

Das Herzstück des Gebäudes ist das große Atrium, das durch ein Oberlicht mit Tageslicht durchflutet wird. Dieser Lichteinfall wird durch ein Gitter aus traditionellen ägyptischen Mustern unterhalb des Oberlichts inszeniert, wodurch Schattenspiele auf den weißen Steinboden projiziert werden.

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