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Alle Metalle: Designausstellung in Köln

Während der imm cologne 2014 widmet sich die Ausstellung Alle Metalle am Rheinauhafen einem aktuellen Trend im Möbel- und Produktdesign: der Gestaltung mit Buntmetall. Kuratiert wird die Schau von Designer Sebastian Herkner. Er nimmt das gleichnamige, bei Trademark Publishing erschienene Buch der Grafikdesignerin Antonia Henschel zum Anlass: Versammelt werden hier neue Metallmöbel – unter anderem von Konstantin Grcic, Tomás Alonso, Stefan DiezBrooksbank & Collins, Kai Linke und Herkner selbst – sowie Raritäten und Klassiker – zum Beispiel von Luigi Caccia Dominioni oder Poul Henningsen.


Datum: 13.-19. Januar 2014, geöffnet Mo 12-17 Uhr, Di-Sa 12-20 Uhr, So 12-18 Uhr
Ort: Bayenstraße 65, 5. Stock, 50678 Köln (am Rheinauhafen)

Bronze, Messing, Kupfer: Seit ein paar Jahren erleben die Bunt- und Edelmetalle eine Renaissance im Möbeldesign. Retrotrends und ein gestiegenes Repräsentationsbedürfnis im Wohnbereich sind sicher Gründe dafür, aber auch ein gewisser Überdruss gegenüber Edelstahl, dem man in der „Zweiten Moderne“ am Ende des letzten Jahrtausends ständig – vor allem in den Varianten „matt gebürstet“ oder „sandgestrahlt“ – begegnete. 

Mit dem neuen Jahrtausend machten Tom Dixons Leuchten mattes wie poliertes Kupfer oder gehämmerte Bronze wieder populär. Philipp Mainzer importierte mit dem silber-, kupfer- oder bronzefarbenen Beistelltisch „Habibi“ ein Stück Orient nach Europa – und befreite ihn auf dem Weg dorthin vom Ornament. Oskar Zieta nutzte mittels Innendruck-Umformung eine neue Technik zum „Aufblasen“ von Metall, das in seinen Hockern nun nicht mehr an funktionsgebundenen Stahl erinnert, sondern silbern glänzt wie eine Balloon-Plastik von Jeff Koons. Dessen metallisch glänzende und schwerelos wirkende Figuren, die oft wie eine Vergegenständlichung des Phänomens Glamour erscheinen, trugen sicher auch ihren Teil zum aktuellen Design-Trend bei.

Der Designkritiker Markus Frenzel hat die Einleitung zu Antonia Henschels Buch Alle Metalle geschrieben: Er macht vor allem eine Technikmüdigkeit unserer Gesellschaft für die neue Freude an den bunten Metallen verantwortlich. Deren aus dem Kontext der Handwerkskunst stammende Ästhetik stehe im Gegensatz zur maschinen- und technikbegeisterten Moderne. Folgt man Frenzel, manifestiert sich hier also ein Anti-Trend – wobei der Einsatz hochentwickelter Technologien zur Erzeugung und Bearbeitung der neuen Produkte Archaik und Moderne in vielen Bereichen wieder versöhnt. (CV)

Wer es in der knappen Messewoche nicht schafft, die Ausstellung mit den von Herkner ausgewählten Schätzen zu besuchen, dem vermittelt das Buch von Antonia Henschel eine Übersicht über dieses neue und neu entdeckte Phänomen häuslicher Objektkultur.

Alle Metalle
herausgegeben von Antonia Henschel
Trademark Publishing, Frankfurt 2012
170 x 240 mm, 208 Seiten
ISBN 978-3-9814885-7-9
28,00 Euro

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