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David Chipperfield Architects, Inagawa Kapelle und Besucherzentrum, Foto: © Keiko Sasaoka

Alle unter einem Dach: Trauerkapelle von David Chipperfield Architects

An einem steilen, grünen Hang liegen auf Terrassen die Gräber des Friedhofes von Inagawa. Eine monumentale Treppe teilt das Gelände in zwei Hälften. An ihrem höchsten Punkt befindet sich ein Schrein, am tiefsten nimmt der Entwurf von David Chipperfield Architects die Achse wieder auf und vervollständigt sie logisch.

Der Entwurf umfasst eine Kapelle, ein Besucherzentrum, einen Gedenkraum und weitere Funktionen. Das fertige Gebäude fungiert aber außerdem als Schwelle zwischen Außenwelt und Friedhof, als ein Portal zum Innehalten bevor man in die ruhige Umgebung eintritt.

Monolithische Erscheinung
Alle Räume sind unter einer geneigten Dachplatte untergebracht, welche die Steigung des Berges aufnimmt. Entlang dieser Platte wird der Blick hoch zum Schrein geleitet. Wie auch die Böden und Wände ist sie aus einem erdig rot eingefärbten Beton gegossen, was dem Gebäude seine monolithische Erscheinung verleiht. In den Innenräumen sind die Böden geschliffen, Wände, Decken und Wege wurden gesandstrahlt. Abgesehen davon ist der Bau so roh wie nur möglich – auch in Bezug auf die technische Ausstattung.

Einfacher, stiller Raum
Über den Eingang an der Südost-Fassade sind die zwei großen Räume des Besucherzentrums zu erreichen. Sie öffnen sich zum Innenhof, der mit Gräsern, Büschen und Wildblumen der japanischen Bergwiesen bepflanzt wurde. Schräg gegenüber, unter der höchsten Stelle des Daches, liegt die Kapelle. Sie ist ebenfalls zum Innenhof orientiert und dennoch abgesondert. Durch einen Flur oder über eine sanfte Rampe vom Garten aus gelangt man in diesen einfachen, stillen Raum. In der Zurückgezogenheit der Kapelle kann man sich ganz auf ein natürliches Zeitgefühl besinnen. Das sich verändernde Tageslicht füllt indirekt den Raum und das Laub des Gartens verrät Jahreszeiten und Wetter.

Ein kleiner Bach fließt entlang der Achse vom Schrein hinab. An der Kapelle verlangsamt sich auch das Wasser, sammelt sich und wird dann abgeleitet.

Zusätzlich zur Kapelle und dem Besucherzentrum wurde mit der Lounge ein informeller Raum zum Ruhen oder Essen eingerichtet. Der große Gedenkraum wiederum kann für formelle Zeremonien und Feste genutzt werden. Mit einem Vorhang aus Washi Papier und Stoff lässt er sich in drei kleinere Räume unterteilen. Die speziell für das Inagawa Friedhofsgebäude entworfenen Möbel, wie einfache Holzstühle, Bänke und Tische, können je nach den Bedürfnissen der Trauergäste gestellt werden.

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Weitere Informationen:

Projektbeginn: 2013
Baubeginn: 2016
Fertigstellung: 2017
Bruttogrundfläche: 500 m²

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