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Linehouse, N3ON Sunglasses Store Schanghai, Foto Dirk Weiblen

Anderer Blickwinkel: N3ON Sonnenbrillen-Store

Die asymmetrische Raumaufteilung und unterschiedlichste Materialien lassen nicht nur immer neue Blickwinkel entstehen, sie spielen vor allem mit der menschlichen Raumwahrnehmung und schaffen somit indirekt Bezug zur Thematik des Brillengeschäfts.

Doppelseitig konkave Metallpaneele sind die Hauptelemente auf der lediglich 33 Quadratmeter großen Verkaufsfläche: Sie sind in zwei, sich schneidenden Winkeln platziert und verstärken dadurch die perspektivische Raumwirkung. Ihre perforierte Oberfläche besteht aus unterschiedlich kleinen und großen, kreisrunden Löchern, die sich nach oben hin aufweiten und so den optischen Raumeffekt nochmals verstärken. Mittelpunkt des Ladens bildet ein neonpinkfarbender, fluoreszierender Kassenschalter, der wie eine Art Box in gelaserte, pinke Acrylelemente gehüllt ist. Raumhohe Spiegel schmücken die Wand zwischen den konkaven Ebenen der Metallpaneele und kreieren das Gefühl eines unendlichen Raumes mit diversen, sich immer wieder ändernden Reflektionen.

Details wie eine Serie justierbarer und bewegbarer Elemente innerhalb der Paneele dienen zum Präsentieren und Ausstellen der Verkaufsexponate. In schmalen, filigranen Metallregalen, befestigt an dünnen weißen Metallstangen oder manchmal auch in winzigen Vitrinen werden die Brillen zur Schau gestellt und harmonieren durch Materialwahl und Design optimal mit dem räumlichen Gesamtkonzept. Freistehende Befestigungsmittel sind dabei teilweise unmittelbar vor den großen Spiegelpaneelen befestigt. Darin finden sich dünne, weiße Metallregalböden eingespannt zwischen neonpinken schlanken Metallstangen. Hier werden die Produkte nochmals stärker in den Vordergrund gerückt und kommunizieren mit den Spiegelwänden. Es entsteht ein optisches Spiel zwischen Raum, Produkt und Verkauf.

Spielerisch und mit einer unaufdringlichen Leichtigkeit gelingt dem Architektenteam mit dem N3ON Store ein Amalgam aus Architektur, Produkt und Raumwahrnehmung – ein Verkaufskonzept, bei dem der Raum mit seinen Produkten interagiert. Im Vordergrund steht dabei auf den ersten Blick gar nicht das Produkt an sich. Dieses wird vielmehr indirekt und erst durch die übergreifende Thematik des Sehens und der menschlichen Wahrnehmung in den Mittelpunkt gestellt – durch einen ganz anderen Blickwinkel.    

Kurze Werbepause

weitere Informationen:

Linehouse Gründer und Designer: Alex Mok & Briar Hickling
Designer: Tony Schonhardt
Grafik Designer: Evelyn Chiu

Fertigstellung: 2016
Fläche: 33 m²

Fotos: Dirk Weiblen

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