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Grafik: PlusOne

animago AWARD: Sonderpreis Architektur presented by DETAIL

Seit 1997 zeichnet der internationale Wettbewerb beeindruckende Produktionen in den Bereichen 3D Animation & Still, Visuelle Effekte und Visualisierung aus. Im Jahr 2015 haben Digital Artists aus 58 verschiedenen Ländern mehr als 1000 Beiträge eingereicht. 2016 feiert der animago AWARD sein 20. Jubiläum. Zu diesem Anlass wird es zusätzlich zu den bisher 10 Kategorien nicht nur eine Jubiläumspreis-Kategorie geben, sondern auch den von DETAIL präsentierten Architektur-Sonderpreis. Dabei bewertet die Jury Gestaltung, Projektkonzept und Gesamtkomposition.
Pro Kategorie werden drei herausragende Werke nominiert, die besten Arbeiten erhalten jeweils eine der begehrten animago-Trophäen.
Die Teilnahme am animago AWARD ist kostenfrei. Er bietet den Kreativen eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich innerhalb der Branche zu präsentieren und zu messen.

Einsendeschluss ist der 19. Juli 2016. Die feierliche Preisverleihung findet im Münchner Gasteig am 27./28. Oktober 2016 statt.

http://www.animago.com/award

 
Visual Effects für Architekten?

Visual Effects (VFX) kennt jeder aus dem 3D-Kino oder von Computerspielen. Werden sie in Kürze auch in Architekturpräsentationen Einzug halten?
Visualisierungen gehören zum Handwerkzeug jedes Architekten. Aber genügt es heute noch, dem Bauherrn oder der Wettbewerbsjury ein einfaches Rendering zu präsentieren? Haben sich durch die virtuellen Welten der Computerspiele nicht unsere Sehgewohnheiten geändert und können konventionelle Darstellungen die komplexen technischen Sachverhalte und Prozesse überhaupt noch anschaulich vermitteln?

Viele Architekten beauftragen daher professionelle Designstudios, die sich auf Renderings spezialisiert haben. In Zeiten von Youtube gewinnen aber auch bewegte Bildsequenzen zunehmend an Bedeutung. So kann nicht nur der Flug durch ein fertiges Gebäude simuliert werden, auch komplexe Abläufe des Bauprozesses oder dynamische Prozesse der Klimatechnik, wie Luftströmungen, lassen sich so selbst Laien verständlich vermitteln.
Animationen mit bewegter virtueller Kamera findet man vor allem bei großen hochpreisigen Bauaufgaben, oft sind die virtuell modellierten Bilder mit Lifesequenzen von Schauspielern oder Nutzern zusammengeschnitten, die das geplante oder realisierte Projekt noch wirklichkeitsnaher erscheinen lassen. Können Architekten in diesem Bereich von den besten Experten der Visual Special Effects (VFX) etwas lernen?

Eine der besten Einsendungen zum animago AWARD 2015 war die Animation zum neuen 40 000 Quadratmeter großen Bürogebäude »The Edge« in Amsterdam von PLP Architecture. 2016 wurde The Edge mit dem BREAM Award for Offices New Constructions prämiert.
Das nachhaltige Energiekonzept beinhaltet neben Solarpaneelen, Wärmerückgewinnung, einem Aquifer-Wärmespeicher und Regenwassernutzung auch eine innovative Beleuchtungs- und Datentechnik. Light over Ethernet (LoE) heißt die innovative Technik, die die LED Beleuchtung ans Datennetz koppelt. So kann jede einzelne LED Leuchte mit dem Computer angesteuert werden, oder individuell mit dem Mobiltelefon der Mitarbeiter über die eigens entwickelte APP.

Kurze Werbepause

The Edge from PlusOne on Vimeo.

 

DETAIL und Digital Production sprachen mit Marcel Vrieswijk, dem Produktionsleiter der Visual Effects-Agentur PlusOne aus Amsterdam, der die Animation realisiert hat.

www.plusoneamsterdam.com


Woher haben Sie die Inspirationen für Ihre Visualisierung genommen?
Als uns unser Kunde OVG um einen kreativen Vorschlag für einen Film über das nachhaltigste Gebäude der Welt anfragte, war für uns klar, dass wir dem komplexen Projekt mit einer Standard-Architekturvisualisierung nicht gerecht werden würden. Im Gegensatz dazu wollten wir uns auf das fokussieren, was wir am liebsten machen und worin wir uns gerne verbeißen: Storytelling, Grafikdesign, User-Interface-Design, 2D Animation, 3D Animation und Life Action. Der Kunde war mit unserer Herangehensweise zufrieden und wir konnten loslegen. Dass wir mit unserer Arbeit für den animago AWARD 2015 nominiert wurden hat uns natürlich besonders gefreut.

Sind die Kosten für eine Animation wesentlich höher, als für Stills? Was sind die größten Vorteile eines Films gegenüber nicht bewegten Bildern?
Es kommt ganz auf die Art des Films an, aber allgemein gesprochen lautet die Antwort ja. Je mehr man zeigt, umso mehr muss man in 3D visualisieren, inklusive aller Arbeitsschritte vom Modelling, Texturing, Lighting, Rendering etc.. Der Vorteil einer Animation liegt in einer anschaulicheren Vermittlung der Tiefe des Raums. Sie vermittelt dem Betrachter das Gefühl, durch das Gebäude zu gehen. Der Grad der Immersion ist wesentlich höher.

Was sind die Kriterien für eine erfolgreiche Animation?
Das Entscheidende ist eine gute Storyline, genauso wichtig aber ist die handwerklich gut gemachte Umsetzung.

Wie entscheiden Sie, ob die Motive eher abstrakt gezeigt werden oder photorealistisch?Die Technik sollte nie am Anfang stehen. Wenn ein photorealistisches Bild die beste Art ist, um eine Geschichte zu erzählen, sollte man den Aufwand dafür nicht scheuen.


Wie groß war Ihr Team und wie lange dauerte es, bis der Film fertiggestellt war?
Ohne das Team auf der Seite des Auftraggebers waren 32 Leute beteiligt. Wir arbeiteten vier Monate, bis der Film fertig war.
An der Animation arbeiteten ein Storyboard Artist, zwei Grafikdesigner, fünf Motion Designer; am 3D Modell acht Personen von plusone in Zusammenarbeit mit A2Studio und INDG. Dazu kommt die Musik und das Sound Design. Für die Lifeszenen hatten wir ein Kamerateam mit sieben Leuten, dazu eine Stylistin und eine Kollegin für Make Up und natürlich die zwei Schauspieler.

Welche unterschiedlichen Entwicklungsphasen hat das Projekt durchlaufen?
Das unterschied sich nicht wesentlich von unserer generellen Arbeitsweise. Am Anfang steht das Creative Proposal, wir schreiben das Skript und zeichnen das Storyboarding. Dann nehmen wir das Voice Over auf und komponieren den Soundtrack.
In der Animatic stellen wir den Ablauf vereinfacht aus Einzelbildern zusammen, dann geht es los mit den Lifeaufnahmen. Design und Animation kommen dazu, schließlich auch das Sounddesign. Dann liefern wir den Film aus.

Welche Programme haben Sie für das Modelling, Rigging, die Animation, Oberflächen, Schatten, Lichtreflexe etc. eingesetzt?
Zur 3D Modellierung haben wir Cinema4D von Maxon/Nemetschek, 3DsMax von Autodesk eingesetzt, zum Rendern VRay von Chaosgroup und als Paint Software das Adobe Package mit Photoshop und Illustrator. Als Compositing Software diente AfterEffects.

Hatten Sie keinen Architekten im Team? Welche Probleme ergaben sich während der Produktion?
Einige unserer Teammitglieder haben tatsächlich einen Architekturhintergrund, was uns auf jeden Fall zu Gute kam. Es gab uns ein besseres Verständnis des Gebäudes und half uns in der Kommunikation mit dem Projektentwickler und den Architekten.
Die Storyline geht in bestimmten Bereichen ziemlich in die Tiefe technischer Zusammenhänge. Wir mussten Dinge visualisieren, von denen wir nicht zu viel Ahnung haben. Wir kompensierten das aber durch intensive Recherche und einen kurzen Draht mit unserem Auftraggeber.
Das Problem bei den Lifedreharbeiten bestand darin, dass das Gebäude zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch nicht fertiggestellt war. Wir mussten also die Ecke eines Büros so herrichten, als sei alles komplett bezogen.

Wie kam der Film bei Ihrem Auftraggeber an?

Die waren so begeistert, dass sie uns auch mit der Bespielung des 7 x 3 Meter großen Videobildschirms in der Lobby beauftragten, auf der wir alle möglichen Informationen einspielen, wie z. B. die Nachhaltigkeitsdaten des Gebäudes, Verbindungen des öffentlichen Nahverkehrs zu den wichtigsten Destinationen in Amsterdam, Verkehrsstaus etc. Außerdem bekamen wir den Auftrag für das Orientierungssytem und eine APP.

Vielen Dank für das Gespräch

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