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Betreutes Wohnprojekt, Christoph Wagner Architekten, Berlin

Anlaufstelle und Archetyp: Betreutes Wohnprojekt in Berlin

Direkt hinter dem Garten beginnt der Bahndamm der stillgelegten S-Bahntrasse am Berliner Ostkreuz. Zur Straße hin fügt sich das neue Haus in die Baulücke im gründerzeitlichen Viertel ein, ohne sich ihm anzupassen. Rosa und hellblau kombiniert mit Sichtbeton und einer leichten, vorgehängten Metallkonstruktion für die Brüstungen – das Betreute Wohnprojekt der Schwulenberatung Berlin präsentiert sich fern von gängigen Vorstellungen eines Wohnheims.

Auf vier Geschossen können schwule, trans- und intersexuelle Menschen mit und ohne Fluchthintergrund einen der 30 Wohnplätze einnehmen. Pro Geschoss wohnen sieben bis acht Personen in einer Wohngemeinschaft zusammen, die WG im ersten Obergeschoss ist als barrierefreie Pflege-WG ausgeführt. Darüber, im fünften Obergeschoss, bietet der Verein drei Maisonettewohnungen zur Miete an, um für eine bessere Durchmischung und so auch für eine langlebigere Verankerung im Viertel zu sorgen – die Belegung der Wohngemeinschaften ist oft von Fluktuation betroffen. Auf Straßenniveau werden zwei der drei Gewerbeeinheiten ebenfalls vom Verein genutzt. Ein Beratungsbüro und ein Café, das auch Bewohner des Hauses beschäftigt, dienen als Anlaufstelle.

Der Massivbau mit Außenwänden aus hochdämmenden Hochlochziegeln wird über eine Außentreppe auf der Hofseite betreten. Die Treppe sowie die Balkone sind aus Betonfertigteilen angefügt, die zum großen Teil sichtig belassen wurden. Als zusätzliche Dämmung liegen Holz-Vorsatzschalen oder mineralisches WDVS auf der Fassade und prägen mit ihrem rosa und hellblauen Anstrich das Gesamtbild des Lovo.

Über die hofseitige Küche werden die Wohngemeinschaften erschlossen. Von dort aus führt ein Flur zum großzügigen Aufenthaltsraum auf der anderen Seite. Jedes Zimmer verfügt über einen eigenen Zugang zu einem Balkon und ein hohes Maß an Privatsphäre und Schallschutz, um dem Bedarf nach einem Rückzugsort zu entsprechen. Das Projekt entwickelten die Architekten in enger Absprache mit dem Betreiber, der Schwulenberatung Berlin. So konnte ein langlebiges, integratives und auf die Bedürfnisse aller Bewohner zugeschnittenes Haus realisiert werden.

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Weitere Informationen:

Team: Stefan Tietke, Rainer Krautwurst, Nabih Alshaikh, Eyal Perez, Henning Hesse
Künstlerische Zusammenarbeit: Ulrich Vogl
Projektsteuerung: Büro-Eins-Punkt-Null Berlin
Tragwerksplanung: DBV Ingenieure Berlin
Haustechnik: Dernbach Ingenieure Berlin
Geotechnik: Ingenieurbüro Bindszus Berlin
Brandschutz: Büro Peter Stanek Berlin
Lichtplanung: Studio De Schutter Berlin

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