You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Wohnhaus in Logatec von dekleva gregorič architects

Archetypen neu kombiniert: Wohnhaus in Logatec

Ein Bauherr, zwei Bauaufgaben, zwei völlig unterschiedliche Lösungen: Vor einigen Jahren entwarfen Aljosa Dekleva und Tina Gregorič mit ihrem Büro das Betriebsgebäude einer Firma für Altmetall-Recycling im slowenischen Pivka. Nun hat der gleiche Bauherr die Architekten beauftragt, ihm einen neuen Wohnsitz im 30 km entfernten Logatec zu errichten. Die beiden Kinder des Unternehmers sind inzwischen erwachsen; das eine studiert in Deutschland und das andere bewohnt das bisherige Elternhaus am Ortsrand der Kleinstadt.

Auf dem gleichen Grundstück, in Sichtweite der kleinen Kirche Sv. Janez aus dem 16. Jahrhundert, haben Dekleva Gregorič Architects den scheunenartigen Neubau platziert. Fassaden und Dachflächen sind einheitlich mit braun geöltem Lärchenholz verschalt. Fensterrahmen und alle weiteren »störenden« Details verbergen sich dahinter. Die Gebäudeform nimmt eher Bezug zu der schlichten, frei stehenden Kirche auf als zu den Wohnbauten ringsum. Ihren prägnanten Charakter erhält sie durch den langgestreckten Dachaufsatz, der den klassischen First ersetzt und in der Giebelansicht an einen klassischen Hausschornstein erinnert. Tatsächlich ist darin der Rauchabzug des Holzofens integriert, mit dem das Haus beheizt wird und die Bewohner ihr Essen zubereiten. Außerdem verbirgt sich darin die Wärmerückgewinnungsanlage der kontrollierten Be- und Entlüftung.

Doch das allein erklärt noch nicht die Ausmaße dieses Dachreiters, der über die volle Gebäudelänge reicht. Seine wichtigste Funktion ist die eines Oberlichts, das die obere Ebene dieses Split-Level-Hauses mit Tageslicht versorgt. Hier reihen sich, ausgehend von der der Kirche abgewandten Eingangsseite, ein geschlossenes Treppenhaus, die Küche mit offenem Essbereich, ein kleines Bad und das Schlafzimmer der Hausherren auf. Im unteren Geschoss befinden sich ein Gästeschlafzimmer, der Technikraum sowie das Privatkino des Bauherrenehepaars.

Das große Oberlicht ermöglichte es den Architekten, den Baukörper im übrigen relativ geschlossen zu halten. Nur wenige, ganz oder annähernd quadratische Fensteröffnungen durchdringen die Fassaden. Von außen und innen gesehen sitzen die Fenster gleichermaßen in ihren (teils abgeschrägten) Laibungen. Das liegt zum einen daran, dass das Haus ein Massivbau mit tragenden Ziegelmauern und Dachflächen aus Sichtbeton ist. Zum anderen werden die Längswände innen von Wandschränken aus geöltem Eichenholz flankiert, was die wahrgenommene Fassadentiefe ebenfalls vergrößert. An den Dachinnenseiten ist noch die rau gesägte Bretterschalung in der Sichtbetonoberfläche erkennbar. Mangels eines Dachfirsts und tragender Querwände wirken die beiden Dachscheiben als mächtige Stahlbetonträger, die den Küchen- und Essbereich der Länge nach überspannen.

Kurze Werbepause

Aktuelles Heft
DETAIL 12/2017
Architektur und Landschaft, DETAIL 12/2017

Architektur und Landschaft

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige