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Architektonisches Highlight im Industriegebiet

Foto: Stahlbau Pichler GmbH-Srl

Die Restaurierung von alten Gebäuden, mit dem Ziel, sie neuen Bestimmungen zuzuführen, ist für den Veränderungsprozess der heutigen Großstädte von besonderer Bedeutung, vor allem im Bereich der Umwandlung aufgelassener Industriegebiete. Das Maciachini Center befindet sich im historischen Industriegebiet von Carlo Erba, einem der einst weltweit wichtigsten Ballungszentren für die Produktion von Medikamenten und chemischer Substanzen. Nach der schweren Industriekrise der 1970er Jahre wurde das Areal jedoch allmählich aufgelassen und 1998 vollständig geschlossen.

Das Unternehmen Europa Risorse wurde nun mit dem Bau eines Businessparks für den Dienstleistungssektor mit insgesamt über 4?000 Arbeitsplätzen beauftragt: Ein großes urbanes Projekt, das neue Büroräumlichkeiten, ein Theater/Museum, ein Fitnesscenter und Geschäfte, einen Foodpark und öffentliche Freizeitbereiche umfasst. Der Gebäudekomplex ist gut in das lokale Umfeld eingefügt (zwischen dem Piazzale Maciachini und dem Parco Nord) und soll ein neuer Entwicklungsmotor für die Stadt Mailand sein. Unter diesen Voraussetzungen wurde der Gebäudekomplex Maciachini mit jenem Ziel neu geplant, die bestehende Zone vollständig aufzuwerten und den gesamten Block wieder aufzubauen. »Die Stadt in das Gebäude zu bringen« ist das Ziel, und nicht umgekehrt.

Der Gebäudekomplex besteht aus drei großen Blöcken, welche den Hauptbauabschnitten folgend angeordnet sind. Zwei dieser Blöcke sind durch eine transparente Struktur verbunden und formen so einen H-förmigen Grundriss. Die beiden Gebäude sind auf allen Etagen mittels eines diagonalen öffentlichen Durchgangs von Osten nach Norden hin miteinander verbunden. Über den Durchgang erreicht man außerdem die Grünzone. Der architektonische Aufbau zeichnet sich vor allem durch das Zusammenspiel von Glas und Aluminium sowie durch die Einteilung des Raums durch die Blöcke hinweg aus. Alle Vorteile des Baustoffs Aluminium werden optimal genutzt.

Die Optik einer Art gigantischen Kristallformation wird zu einem modernen urbanen Bezugspunkt, der durch perfekt an die Umgebung angepasste Anordnungen und Proportionen besticht. Die Anlage zielt trotz des hohen Maßes an Technologie auf ein symbiotisches Verhältnis mit der Natur und dem Licht, das die Formen des Gebäudes durchflutet. Das Streben nach der Auflösung der Grenze zwischen Innerem und Äußerem führte zur Wahl der gerade im Bau befindlichen Doppelfassade von Stahlbau Pichler. Die eigens von AluK angefertigten doppelschichtigen und auf Aluminiumprofilen montierten Zellen bestehen außen aus Glas (mit Siebdruck in 30 verschiedenen Farben) und sind mit elektronisch gesteuerten Sonnenschutzelementen ausgestattet, welche die direkt auf das Gebäude treffenden Sonnenstrahlen brechen und gleichzeitig dem Gebäude Charakter verleihen.

Dem Gebäude wird durch das Zusammenspiel von Schatten und Licht eine neue Identität verliehen – dadurch entsteht ge-wissermaßen eine neue Ausdrucksform, die den Schwerpunkt von der architektonischen Form auf die visuelle Wahrnehmung verlegt. Architektonische Form und Funktionalität werden in dieser Ausdrucksform, die durch die Verbindung des Gebäudes mit seinem architektonischen Kontext entsteht, zusammengefasst. Laut Plan sollte das gesamte Gebäude so umweltfreundlich wie möglich sein – dementsprechend beträgt der Energieverbrauch weniger als die Hälfte des Verbrauchs eines vergleichbaren herkömmlichen Gebäudes.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2009

Bauen mit Glas

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