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Architektur-Gesellschaft München: Der Architekt als Produktdesigner

Viele Architekten kommen irgendwann an den Punkt, an dem  sie Möbel für ihre Projekte selbst entwerfen – zum Beispiel Einbaumöbel oder wenn vom Bauherrn etwas gewünscht ist, das man nicht findet. Marie Aigner, Aigner Architecture, ist neben ihrem Job als Architektin auch erfolgreiche Produktdesignerin. Im Moment entwickelt sie für einen deutschen Akustikelementehersteller neue Produkte.  Bei der Architektur-Gesellschaft in München berichtet Sie von Ihren Erfahrungen.

Marie Aigner (rechts) berichtet von ihren Erfahrungen als Produktdesignerin.

Viele Architekten sind als Produktdesigner bekannter als für ihre Architektur. Von Philippe Starck zum Beispiel wissen viele nicht, dass er eigentlich Architekt ist, auch Piero Lissoni, der unter anderen für Boffi und Cassina entwirft oder Patricia Urquiola, die ihren Durchbruch mit Möbeln für Moroso hatte,  sind Architekten. Marie Aigner sah ihr Studium, welches sie in München und Paris absolvierte, als „Studium Generale“ und zieht den Vergleich zum Bauhaus. Zuerst kam  für sie die Lehre der Materialien und der Produkte, in einem weiteren Schritt erst, die Baulehre. Es war also gar nicht so abwegig Produktdesigner zu sein.

Ein Brillengeschäft entworfen von Aigner Architecture.

Vor acht Jahren bekam das Büro Aigner Architecture den Auftrag eine Produktionsstätte mit Showroom für einen deutschen Akustikelementehersteller zu entwerfen. Es entstand die Idee, aus dem gesamten Gebäude einen Showroom zu machen. In diesem Zusammenhang hat sich Marie Aigner bewusst mit Akustikelementen auseinander gesetzt. Vor zwei Jahren kam dann der Auftrag derselben Firma neue Produkte zu entwerfen. In einem ersten Schritt recherchierte sie gemeinsam mit einem Trendscout was es auf dem Markt bereits gab, und entwickelte daraufhin Elemente, die weniger Deckenpaneele sind, sondern frei im Raum stehen oder vor einer Wand angebracht werden können. Die Herangehensweise war dabei eine etwas andere als in der Architektur. Als Erleichterung empfand sie, dass viele Vorschriften wegfielen. Gearbeitet hat Marie Aigner mit Modellen, erst ganz einfach mit Papier, danach mit 1:1 Modellen vor Ort in der Herstellung. Anders als bei einem 3-D Modell am Computer ist so schnell sichtbar, ob eine Form funktioniert oder nicht. Die Elemente sind schlicht und einfach gehalten, aber sehr vielseitig einsetz- und personalisierbar, was Farbe und Haptik betrifft. So ist es zum Beispiel möglich die Elemente mit Filz zu überziehen. Eines des Produkte ist ein Stecksystem, das man je nach Bedarf auch als Raumtrenner nutzen kann.  

Ein Akustikstecksystem entworfen von Marie Aigner.

Marie Aigner möchte sich weiter auf den Bereich Akustik konzentrieren. Denn ihrer Meinung nach gibt es noch viele Hersteller, die nicht den Designanspruch an ihr Produkt haben, wie sie es hat. Sie sieht auf jeden Fall ein steigendes Bewusstsein gegenüber der Wichtigkeit von Akustiklösungen, auch im privaten Bereich vergleichbar mit dem Thema Licht, welches in den letzten Jahren auch zusehends an Bedeutung gewonnen hat.

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DETAIL 11/2018, Licht und Raum

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