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Filmstill: Peter Krüger

Architekturfilmtage in München – Über Raum und Sein

Das Filmmuseum zeigt ab Donnerstag dem 21. April jeden Abend Filme, die sich mit Architektur und dem öffentlichen Raum befassen. Dabei wurden für den ersten Tag zwei Filme ausgewählt, die die Einführung bilden, indem sie sich auf der Metaebene mit den Elternhäusern der Filmmacher auseinandersetzen. Sowohl der Portugiese Manoel de Oliveira, als auch der Argentinier Javier Olivera fragen sich und den Zuschauer nach der Rolle von Erinnerungen, seien es konkrete, an einen Raum gebundene oder solche, die mit Personen in Zusammenhang stehen; wie lassen sie sich im Film darstellen, was bleibt von ihnen?

So ist der Besucher nach dem ersten Tag bereits sensibilisiert und perfekt vorbereitet für die darauf folgenden Werke, die häufig architektonische Mittel mit Hilfe von filmischen herausarbeiten. Einerseits wie Ila Bêka und Louise Lemoine, die sich geradezu auf die Lauer legen, abwarten, beobachten und dabei von diesem dokumentarischen Ansatz ausgehend einen sehr intimen und respektvollen Umgang mit dem Gebauten und seinen Bewohnern finden. Für Barbicania verbrachten sie 30 Tage in der großen Londoner Wohnanalage the Barbican, die früher noch für ihren Béton Brut verachtet wurde, inzwischen aber begehrter Wohnraum ist. Schnell kann der Zuschauer Empathie für den Gebäudekomplex und seine Bewohner entwickeln, wobei das Gefühl entsteht, der Stolz auf den Wohnort, das Glück, das dieser auslöst, ziehe sich durch alle Schichten die dort miteinander leben. Umgekehrt beobachten sie mit den gleichen Mitteln – in Paris filmten sie 24 Stunden den neu gestalteten Place de la République – wie Menschen den Raum gestalten, den sie betreten.

Andererseits kann der Film aber auch dazu genutzt werden, die gesamte Geschichte eines Objekts zusammenzufassen und so sichtbar zu machen, wie es Peter Krüger mit dem Antwerpener Hauptbahnhof getan hat. Seit seiner Eröffnung 1905 thront dieser in der belgischen Stadt und wird im Film zu weit mehr als nur einer Durchgangsstation für Reisende: „Eine Welt, in der Geister aus der Vergangenheit erscheinen, in der ein Löwe des Nachts herumwandelt, und wo die visuelle und auditive Wahrnehmung der Gegenwart historische, humoristische und poetische Kontemplationen auslöst.“, sagt der Regisseur.
Kurze Beschreibungen aller Filme im Programmheft des Filmmuseums erleichtern zwar die Auswahl nicht, geben aber einen guten Überblick über die Diversität des Angebots.

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