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Ars Electronica Center in Linz mit Lichtfassade umhüllt

Ars Electronica Center
Foto: Stadt Linz


Anlässlich der Eröffnungsfeier von Linz als Kulturhauptstadt Europas war erstmals zu sehen, wie 40 000 LEDs die 5000 m2 große Gebäudehülle des Ars Electronica Center (AEC) illuminieren und dadurch eine der größten Lichtfassaden Europas zum Leben erwecken. Jede der insgesamt 1 100 Glasscheiben wird dabei von einer speziell entwickelten LED-Lichtleiste beleuchtet. Die LED-Lichtleisten sind auf einer Seite der Glasscheiben vertikal montiert und integrieren sich somit für den Betrachter unsichtbar in die Fassade. Das Licht der Scheiben ist in seiner Helligkeit und Farbmischung einzeln steuerbar. Dadurch kann sich das AEC mit beliebig vielen Gesichtern präsentieren. Durch die schnelle Reaktion jeder einzelnen Leuchtdiode werden selbst fließende Be¬wegungen und Farbverläufe optimal umgesetzt.

Der Wiener Architekt DI Andreas Treusch plante für die Erweiterung des AEC eine Konstruktion aus Stahl und Glas, die das Hauptgebäude und das Futurelab umhüllt und es zu einer architektonischen Einheit integriert. Die teils transparenten und teils transluzent ausgeführten Glasflächen werden vom Fassadenzwischenraum aus hinterleuchtet. »Die Beleuchtung ist neben der außergewöhnlichen Form eines der entscheidenden Gestaltungselemente des AEC. Das Gebäude integriert sich architektonisch perfekt ins Stadtbild an der Donau, die Lichterhülle betont gleichzeitig die Einzigartigkeit. Zudem transportiert die LED-Fassade mit ihren wechselnden Bildern das künstlerische und dynamische Wesen des Gebäudeinneren und der Nutzungen nach außen«, erklärt DI Andreas Treusch.

Foto: Stadt Linz

Multivision wurde bereits frühzeitig in die Planungsphase integriert und hat gemeinsam mit den Planern eine Beleuchtungslösung mit Highpower-LEDs statt der ursprünglich geplanten Leuchtstoffröhren entwickelt. Vor allem der geringere Stromverbrauch, die längere Lebensdauer und die Farbmöglichkeiten haben für die LED-Variante gesprochen. In Abstimmung der Anforderungen mit dem Architekten und GIG-Fassaden hat Multivision auch eigene Vorschaltgeräte entwickelt und produziert. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass alle Bauteile so in der Fassadenkonstruktion integriert sind, dass sie für den Betrachter nicht sichtbar sind. Selbst die insgesamt 20 000 m Kabel sind unsichtbar verlegt. Die Lichtleisten sind zwischen 13 und 123 cm lang und mit 4 bis 48 Highpower-LEDs bestückt. Auf jede Leuchtdiode ist eine Spezialoptik aufgesetzt, die das Licht auf der Glasscheibe homogen verteilt. Je ein Viertel der insgesamt 40 000 LEDs strahlt in den Farben Rot, Grün, Blau und Weiß. Die Detailplanung nahm ein halbes Jahr in Anspruch. Durch die steckerfertige Ausführung und die optimale Planung konnte die gesamte Lichttechnik in nur zwei Monaten in¬stalliert werden. Jeder der 4400 Kanäle (vier Kanäle je Lichtleiste) ist über ein BUS-System (Artnet, DMX) einzeln ansteuerbar und zwischen 0 und 100 % regelbar. Dadurch ist auch eine Darstellung von Mustern und homogenen Farbverläufen möglich.

»Die Medienfassade stellt für uns eine Kommunikationsplattform dar, die aufgrund ihrer Größe und Möglichkeiten einzigartig ist. Für die Bespielung laden wir Künstler aus der ganzen Welt ein. Aber auch die Lichtdesigner von Multivision haben Programme ent¬wickelt, die zur Gestaltung der Fassade eingesetzt werden. Der Zukunftsgedanke des AEC wird damit perfekt nach außen kommuniziert«, so Gerfried Stocker, Künstlerischer Leiter Ars Electronica Center.Bei Dämmerung wird die Fassade mit 100 % Leuchtkraft der LEDs bespielt. Bei Dunkelheit reicht hingegen eine Leistung von etwa 20 bis 30 %.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 7+8/2009

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