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Staufer & Hasler, Winterthur, Schweiz

Auf der Allmende: Flarzhäuser bei Winterthur

Im Zürcher Oberland finden sich noch häufig die historischen Wohnhäuser, die Flarz genannt werden. Entstanden sind die kompakten Zeilen aus traufständigen Vielzweckbauernhäusern mit zwei- oder dreiraumtiefen Grundrissen. Durch eine giebelseitige Erweiterung, manchmal auch durch die Umnutzung von Scheunen, passten sich die Flarze an Zahl und Zusammensetzung ihren Bewohnern an. Gemeinsam nutzten die Bewohner die Allemende als Weide oder Streuwiese.

Für das genossenschaftliche Wohnen mit 33 Wohneinheiten haben Staufer & Hasler die historische Idee von Flarz und Allmende aufgenommen und zeitgemäß übersetzt. Anstatt den Ortskern kleinteilig mit Einfamilienhäusern zu bebauen, stellen die Architekten zwei kompakte Flarze auf das Grundstück, eine ehemalige Obstwiese mitten im Ortskern. Neun Reihenhäuser bilden entlang der Dorfstraße das westliche Flarzhaus. In der Mitte des Grundstücks, auf der Hügelkuppe finden Etagenwohnungen und Maisonetts Platz.

Im Ersatzneubau für das baufällige Schulhaus, das sich auf dem Areal befand, steht den Genossenschaftsmitgliedern ein Gemeinschaftsraum in Form einer zusätzlichen Stube mit Veranda zur Verfügung.

Durch die Verdichtung der Wohneinheiten blieb die Obstwiese als großzügige Außenfläche der Allgemeinheit erhalten. In Nachbarschaft von Kirche und Pfarrgarten belebt die Allmende weiterhin den Dorfkern. Hier spielen Kinder an der frischen Luft, Nachbarn mit grünem Daumen gärtnern im gemeinsamen Gemüsebeet und der Feuerplatz ist der ideale Ort für spontane und geplante Feste. Die privaten Gärten und Terrassen gehen ohne Zaun in die Freifläche über, doch vor den Wohnungen definieren heimische Kräuter und Pflanzen Rückzugsnischen.

Wie ihre historischen Vorbilder gliedern sich auch die Neubauten von Staufer & Hasler in zwei- oder dreiraumtiefe Grundrisse. Um ausreichend Tageslicht in die tiefen Wohnungen zu bekommen interpretierten die Architekten den Rauchfang der traditionellen Vorbilder als Lichtkamin neu: Die Mitte der Wohnung ist mit einem pyramidenförmigen Schacht über die Dachfläche hinaus aufgebrochen. Das Tageslicht wird nach unten und über vertikale Öffnungen auch in die angrenzenden Räume geführt. So wirken die Wohnungen hell und großzügig.

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Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 9/2019 mit dem Themenschwerpunkt »Wohnen im ländlichen Raum«.
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Wohnen im ländlichen Raum, DETAIL 9/2019

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