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Foto: Brigida González

Auferstehung einer Kirche: Musikforum in Bochum

Schon lange haben sich die Bochumer Symphoniker und ihr Publikum ein eigenes Konzerthaus gewünscht. Mit dem Musikforum im Viktoria-Quartier ging dieser Traum nun in Erfüllung. Noch dazu wird durch den Entwurf von Bez + Kock Architekten das Herz des Stadtteils definiert. Er bezieht die nicht mehr genutzte St. Marien Kirche in das Ensemble ein und wandelt die Außenflächen in einen einladenden Aufenthaltsort um.

Der Chor der St. Marien Kirche ragt bis in den Straßenraum. Diese Eigenschaft machten sich die Architekten zunutze, um genau dort seitlich prominent den Haupteingang zu platzieren. An beiden Seiten der Kirche schließt ein Baukörper an. Ein kleinerer im Norden ist vielseitig nutzbar, im Süden befindet sich der Konzertsaal. Die angeschlossenen Neubauten springen in der Flucht etwas zurück. So werden Besucher an ihrer Fassade entlang geleitet, genau auf den quadratischen Einschnitt in der Kirchenmauer zu. Auch an der Rückseite entsteht eine neue Platzsituation. Treppen über die volle Länge des Neubaus und daran anschließende Grünflächen laden zum Verweilen ein.

Farblich hebt sich das weiß geschlämmte Ziegelmauerwerk der Neubauten stark von dem der Kirche ab. Es handelt sich jedoch um den gleichen Scherben, was nur eine von vielen Gesten ist, die den Respekt für die Kirche als Bestandsgebäude zum Ausdruck bringen. Alle metallischen Details, seien es Fensterfassungen oder Türklinken, sind aus Kupfer.

Durch seine Lage zwischen den beiden Anbauten dient das Kirchengebäude als Empfang, Verteiler und Pausenraum. Weißer Terrazzo auf dem Boden und an den Wänden zusammen mit weißen Deckenpaneelen löst die Kirche vollends von ihrer vorherigen Bestimmung und Materialität. Lediglich einzelne Details wie die Säulenkapitelle und das Mobiliar aus Kirschbaumholz treten hervor. 

Vom Kirchenschiff aus gelangt man durch niedrigere Durchgänge in die beiden Anbauten. Dadurch entsteht in der Kubatur eine klare Trennung von Bestand und Neubau. Im Inneren ergibt sich außerdem eine dramatische Raumabfolge von der überwältigenden Höhe der Kirche wieder zurück zu gewohnteren Dimensionen, nur um dann im großen Konzertsaal anzukommen.

Auf vier Ebenen können die Zuschauer rund um die leicht konzentrisch platzierte Bühne Platz nehmen. Die äußere Erschließung der 962 Plätze im Saal dient dabei gleichzeitig als akustische Pufferzone zur Umgebung hin.

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Weitere Informationen:

Lichtplaner:
Bartenbach lighting design

Eine ausführliche Print-Dokumentation zum Thema »Bühnenbauten« finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 3/2018.

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