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Niu, Palma de Mallorca, Camp Redó

Aufgelockert: Camp Redó-Wohnviertel in Palma de Mallorca

Von insgesamt 18 Gebäuderiegeln ist Block Nr. 12 der bisher einzige, der komplett entkernt und umgestaltet wurde. Eine durchgesteckte Gemeinschaftsloggia im zweiten Obergeschoss und geschosshohe Durchbrüche im Erdgeschoss schaffen eine neue Durchwegung des Quartiers und geschützte Freibereiche als Treffpunkte für die  Bewohner. Den Architekten ging es nicht nur darum, die Wohnungen technisch zu ertüchtigen, sondern das gesamte Umfeld räumlich und architektonisch aufzuwerten.

Der Stadtteil Camp Rédo, der von den Einheimischen Korea genannt wird, ist einer der Brennpunkte von Palma de Mallorca. 1954 wurden die am Stadtrand gelegenen freien Felder im Auftrag von Franco zu einem Straßenblock mit Mietskasernen überbaut. Grünflächen oder ein Quartiersplatz für die Bewohner wurden damals nicht geplant.

Um diesem Manko abzuhelfen, hat die Stadt Palma inzwischen zwei der alte Baublocks abreißen lassen. Für einen dritten schrieb sie 2008 einen Wettbewerb aus, den NIU Architectura für sich entschieden. Auf beispielhafte Weise verliehen die Architekten dem maroden 40,70 x 6,90 m Stahlbetonskelettbau eine neue gestalterische und soziale Qualität. Außer der Tragstruktur blieben nur das Dach und die Außenwände erhalten, dünne Verbunddecken schaffen mehr lichte Höhe im Inneren. Eine flexible Raumaufteilung durch Faltwände lässt die kompakten Grundrisse größer erscheinen. Aufzüge und Tageslicht in den Treppenhäusern erleichtern die Zugänglichkeit und fördern die Kommunikation mit den Nachbarn. Die Fassadengliederung des ursprünglichen Baus wird beibehalten: weiße Putzfassaden auf einem Sockel aus grau schimmerndem Wellblech wirken diskret verschlossen. Vor den Schlafzimmern opak, vor den Wohn- und Esszimmern perforiert, schützen Faltläden die 19 Wohnungen vor Hitze und den Blicken der Nachbarn. Wenn im Erdgeschoss die Schiebeläden hinter die Blechfassade geschoben, und in den Obergeschossen die Faltläden aufgeklappt werden, wirkt die Fassade lebendiger.

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Weitere Informationen:

Mitarbeiter
: Tete Crespí Bennàssar, Manuel G. Ramis, David Goodman, Aina Martínez, Toni Ramis Laloux
Projektleitung:
Joan Cerdà Ripoll
Tragwerksplanung
: Arquicalcul, Palma (ES)
Bauingenieur: Pablo Salich di Francesca
Generalunternehmer:
UTE Illenca Assignia, Palma

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 10/2018 mit dem Themenschwerpunkt »Reuse Recycle«.


Weitere Artikel zur Ausgabe DETAIL 10/2018 finden Sie hier.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 10/2018
DETAIL 10 2018, Reuse Recycle

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