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Aufgeschlossenes Ensemble: Wohnhaus in Tokushima

Durch kreisförmige Verkettung funktional definierter Raummodule findet das japanische "House of Awa-cho" zu einer mehrdeutigen Balance zwischen intro- und extrovertiert. Damit liefert das japansiche Architekturbüro Container Design einen interessanten Diskussionsbeitrag zum Thema Hofhaus.

Architekten: Container Design, Takanobu Kishimoto
Standort
: Awa, Präfektur Tokushima, Japan

House of Awa-cho, Takanobu Kishimoto, Container Design
Foto: Eiji Tomita

Der Bauherr wünschte sich ein weitläufiges und geräumiges Haus mit Garten, das die Umgebung miteinbezieht, gleichzeitig jedoch genug Privatsphäre schafft.

Um dies zu erreichen, teilt der Architekt Takanobu Kishimoto die verschiedenen Wohnfunktionen in quadratische Einheiten auf und ordnet sie kreisförmig an. Die Verbindung stellt er durch den Einschub von keilförmigen Zwischenräume her, die im Gegensatz zu den nahezu geschlossenen Kuben transparent ausgebildet sind. Zum einen dienen sie der Erschließung, zum anderen funktionieren sie als Vermittler zwischen Innen- und Außenraum. Besonders betont wird dieses Spiel durch das Hineinziehen und "Sichtbarmachen" der Außenfassade in den Innenraum.

House of Awa-cho, Takanobu Kishimoto, Container Design
Konzeptskizzen des Architekten
© Takanobu Kishimoto
House of Awa-cho, Takanobu Kishimoto, Container Design
Konzeptskizzen des Architekten
© Takanobu Kishimoto

Das Fassadenmaterial wurde wie eine Haut über Dächer und Wände gezogen. Hierdurch bekommen die zusammengefügten Volumen den Charakter eines Scherenschnittes. Der Hof soll dem Konzept zufolge zwar ganz privat sein, doch befindet sich hier gleichzeitig der Eingang, in den der Besucher wie in eine Spirale hineingezogen wird. Damit wird der introvertierte Hof eher zu einem halböffentlichen Vorgarten.

Umgekehrt wirkt der Hof durch die beidseitige Orientierung der Innenräume und die zentral angeordnete Terrasse wie ein zusätzlicher Wohnraum, der zwischen Innen und Außen vermittelt. Diese Mehrdeutigkeit lässt die Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit verschwimmen.

Indem der Architekt die Art der räumlichen Nutzung in den Mittelpunkt all seiner konzeptuellen Überlegungen stellt, liefert er für das in Japan allgegenwärtige Thema von Nähe und Distanz einen in jedem Fall überraschenden Diskussionsbeitrag.

House of Awa-cho, Takanobu Kishimoto, Container Design
Grundriss © Takanobu Kishimoto
Ansicht und Schnitt © Takanobu Kishimoto
House of Awa-cho, Takanobu Kishimoto, Container Design
Foto: Eiji Tomita
Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 3/2014

»Konzept« Verdichtet wohnen

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