You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Aus Abfallholz mit Blog-Vergabe: ETH zeigt visionäres Forschungsgebäude

An der ETH Zürich entsteht ein visionärer Neubau: Zum Projekt des vom „Think Tank“ der ETH, dem Institut für Technologie in der Architektur ITA und seinen neun interdisziplinär arbeitenden Fachbereichen entwickelten Arch_Tec_Lab wurde jetzt eine Ausstellung eröffnet, die erstmals den Entwicklungsstand des Forschungsvorhabens zeigt. Geplant ist ein Neubau, der nicht nur alle Institute des ITA in einem Gebäudekomplex vereint, sondern selbst ebenfalls auf der Grundlage der neusten methodischen und technischen Erkenntnisse des Bauens konzipiert wurde, ein „Architekturbüro der Zukunft“, wie die ETH schreibt. Als DETAIL-Redaktion freuen wir uns besonders darüber, dass ein ehemaliger DETAIL-Stipendiat, Till Thomschke, zunächst als studentischer und inzwischen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter der ETH an diesem Projekt beteiligt ist.

Bis 2015 soll das rund 5.000 Quadratmeter große Hallenbauwerk in Leichtbauweise entstehen. Es besteht aus zwei überhohen Hauptgeschossen: Während im Sockelbereich über der bestehenden HIG-Garage die Produktionsprozesse untergebracht werden, dient das darüber liegende, an allen Seiten auskragende Geschoss der Forschungsarbeit und Lehre. Das Obergeschoss, in dem die Studenten ihre Arbeitsplätze auf großzügigen Galerien haben werden, wird von einer imposanten Dachkonstruktion überwölbt. Hier ist nichts Konvention: Vom Tragwerk des Dachs, dessen mehrfach gekrümmte Oberfläche parametrisiert wurde, um die Fertigung aus kleinsten, minderwertigen Hölzern zu erlauben, die per Roboter zusammengefügt werden, über die Speicherung der Abwärme in Erdsonden, die eine Heizung überflüssig macht, bis zur Vergabepraxis, die mittels Blog kommuniziert wird, sprengt das Gebäude die Grenzen geltender Baupraxis. Dies ist rechtlich nur deshalb möglich, da es sich um ein Forschungsprojekt handelt.

Rund 240 Arbeitsplätze sind in dem Neubau geplant. Im Inneren erwartet die Mitarbeiter, die in den Planungsprozess von Anfang an mit einbezogen waren, eine Rohbauästhetik. Auch die fast vollständig verglaste Fassade entspricht eher dem Standard von Industriebauten. Die Bauzeit wird reduziert durch einen höchstmöglichen Grad der Vorfertigung im Baukastensystem und eine einfache Montage.

Die Ausstellung thematisiert den Entstehungsprozess anhand der spezifischen Arbeitsweise des ITA und fokussiert dabei auf dessen Forschungsschwerpunkte digitale FabrikationZero EmissionParametric Design und generischer Baubeschrieb HIB.log. Sie ist in einem Frachtcontainer auf dem Hönggerberg-Campus untergebracht und noch bis zum 19. Oktober 2012 zu sehen.

Weitere Informationen:

www.gta.arch.ethz.ch
www.ethz.ch

Roboter-Fabrikation der Dachkonstruktion
Tragwerk-Test der Dachkonstruktion
Längsschnitt
Lageplan
Stichworte:
Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.