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Harquitectes, Glasfabrik, Umbau

Aus Glasfabrik wird Gemeindezentrum: Cristalleries Planell in Barcelona

Das Bürgerzentrum im Nordwesten von Barcelona fasziniert durch seine harsche architektonische Haltung. Die zwei im Winkel zueinander stehenden denkmalgeschützten Fassaden wurden als Ruine aus Ziegel und Naturstein konserviert. Darüber hinaus werden die Bestandsfassaden als integraler Bestandteil des Energiekonzepts aktiviert: Die Architekten füllen das dreieckige Grundstück mit einem Neubau aus naturbelassenen Ziegeln, halten aber im Südosten einen Abstand von 2 m zur Bestandsfassade ein. In diesem viergeschossigen, überdachten Atrium steigt die vortemperierte Frischluft nach oben, quillt durch die gekippten Fenster in die Räume, strömt in die Kanäle innerhalb der Flurtrennwände und anschließend in den Luftraum im Membrandach. Dort wird sie durch den Treibhauseffekt zusätzlich erhitzt und strömt mit noch höherer Geschwindigkeit über die Spitzen der vier Zeltdächer nach außen.

Die kaminartigen Dachaufbauten sind auch eine gestalterische Referenz an die einstige industrielle Nutzung des Grundstücks. Der 1913 errichtete Bau diente bis in die 1950er-Jahre als Glasfabrik Cristalleries Planell. Auch die einzeln eingemauerten massiven Glassteine im Ziegelformat erinnern an die einstige Glasproduktion.

Um die lüftungstechnisch günstigen Effekte des Atriums vor der Südostfassade auch im obersten Geschoss nutzen zu können, musste die Bestandsfassade nach oben verlängert werden. Die Architekten entwarfen hierfür eine Wand aus Glasbausteinen in der Dicke der Ziegel von 8 cm, die an drei Seiten ein ganzes Geschoss hoch aufgemauert wurde und von einem transparenten Foliendach überspannt wird.

Der Neubau orientiert sich gestalterisch an der derben Materialästhetik des Bestands, nur die Klassenzimmer und Büros sind innen weiß gestrichen. Unterschiedliche Bereiche der inneren Gebäudestruktur bilden sich zum öffentlichen Raum hin als Felder unterschiedlicher Ziegelfarben ab und erzeugen einen Patchwork-Effekt, der das neue Gebäude mit den alten Fassaden zu einer homogenen Vintage-Ästhetik verwebt.

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Weitere Informationen:

Mitarbeiter:
Blai Cabrero Bosch, Montse Fornés Guàrdia, Toni Jiménez Anglès,
Berta Romeo, Carla Piñol, Xavier Mallorquí, Andrei Mihalache
Tragwerksplanung: DSM arquitectes, Barcelona (ES)
Nachhaltigkeitsplanung: ARS Project
Beratung Baukonstruktion: Estudio Taller 10 Cañizares, Barcelona (ES)

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 10/2018 mit dem Themenschwerpunkt »Reuse Recycle«.

Weitere Artikel zur Ausgabe DETAIL 10/2018 finden Sie hier.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 10/2018
DETAIL 10 2018, Reuse Recycle

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