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Ausbau und Aufwertung eines Münchner Wohnhauses

Gipspaletten "Diamant" von Knauf
Bernd Ducke/Knauf

Das 1897 erbaute Gebäude in der Langerstraße in München war nach einem Bombentreffer im Krieg in den 1950er-Jahren nur notdürftig wieder aufgebaut worden. Eine neue Chance erhielt das Gebäude, als Michael Wieninger, Geschäftsführer der Marc Aurelius GmbH & Co. KG, zusammen mit einem Partner das Gebäude erwarb und sanierte.

Die historisch aufgearbeitete Fassade und komplett modernisierte Innenräume lassen das Sieben-Parteien-Anwesen nun wieder hell erstrahlen. Das Dach und das Treppenhaus wurden erneuert, und auch in den Innenräumen zog man eine Reihe neuer Wände ein, während andere neue Oberflächen erhielten. Als Material für diese Ausbauarbeiten wählte der Bauherr Gipsplatten. Um perfekte Oberflächen zu erhalten, ließ der Bauherr sämtliche Massivholzwände mit jeweils einer Lage Knauf
»Diamant« verkleiden, die allen unterschiedlichen Anforderungen in Bezug auf Brandschutz oder Beständigkeit gegen Feuchtigkeit gerecht wurde. Krumme Altbaudecken wurden aufgewert, indem Knauf-Bauplatten an Direktabhängern darunter bzw. im Dachgeschoss auf Lattung montiert wurden. Sogar der zentrale Installationsschacht im Treppenhaus ist gänzlich als Trockenbaukonstruktion ausgeführt, die sich als eigener in F90 gehaltener Brandabschnitt durch das komplette Gebäude zieht. Ganz neu aufgebaut wurde das aus zwei Ebenen bestehende Dachgeschoss. Das alte Satteldach wich im Zuge des Umbaus einer 13 cm dicken Massivholzkonstruktion aus Kreuzlagenholz. Zudem wurde die Decke über dem dritten Obergeschoss erneuert. Auf diese Weise entstanden rund 140 m² stützenfreier Raum im obersten Geschoss und nochmals so viel Platz im Stockwerk darunter. Und auch in diesen Ebenen wurden alle Wände mit Diamant-Platten bekleidet.

In den Bädern kombinierte der Planer des Gebäudes, Architekt Detlef R. Böwing, diese mit Feuchtraumplatten. Bei einer nachträglich eingezogenen Trockenbauwand wurde die Unterkonstruktion zusätzlich mit Stahlprofilen verstärkt, um den hier vorgesehenen Waschtisch aus Kunststein sicher anbringen zu können. Als besonderer Effekt wurde von einigen Wänden der Putz entfernt und die dahinter liegenden alten Ziegel quasi als »Wandbild« inszeniert.

Auf besonderen Wunsch integrierte der Trockenbauer hinter der Verkleidung einer Wohneinheit mit Gipsplatten ein Gewebe, das Elektrosmog abschirmt, sodass der Besitzer von Strahlung geschützt wohnen kann. Sogar das in einer Wohnung eingebaute Sanarium, eine sanfte Sauna mit Temperaturen von etwa 50?°C und rund 50?% Luftfeuchtigkeit, ist in Trockenbauwände eingebettet: Hinter der Hülle aus DiamantPlatten verbirgt sich zunächst die Dampfbremse, gefolgt von einer Dämmschicht aus Mineralwolle. Die sichtbare Außenhaut bildet Thermoesche, die auf die Knauf-Platten montiert wurde. Kombiniert mit Natursteinflächen und Glas entstand so eine außergewöhnliche Konstruktion, die den hohen Temperaturen im Sanarium hervorragend standhält und ein Hingucker ist.

Bernd Ducke/Knauf
Bernd Ducke/Knauf
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