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Ausgeklügeltes Lichtkonzept für das New York Times Building

Das Gebiet um den Times Square gehört zu den am intensivsten beleuchteten und symbolträchtigsten Stadträumen der Welt. Dieser Kontext bestimmte die Entwicklung des Außenlichtkonzepts für das neue The New YorkTimes Building. In ihrer Grundauffassung widerspricht die zeitlos-klassische Qualität der Architektur von Renzo Piano Building Workshop und FXFowle dem in diesem Stadtgebiet üblichen Einsatz von Großbildschirmen und Medienfassaden. Wie für alle neuen Gebäude im Gebiet am Times Square schreiben lokale Bestimmungen aber auch für das The New YorkTimes Building eine entsprechende Fassadenbeleuchtung vor. Die Lichtplanung für das Gebäude stammt vonJean Sundin und Enrique Peiniger vom Office for Visual lnteraction (OVI).

Transparenz und Licht bestimmen den gesamten Entwurf für das The New York Times Building: Vom extra klaren, eisenarmen Glas und den Keramikstäben, die die doppelte Vorhangfassade bilden bis zu der sorgfältig abgestuften Anstrahlung, die der Fassade einen zarten, warmen Schimmer verleiht und zugleich die Blickbeziehung ins Gebäudeinnere erlaubt. Bei OVI gehen Konzeption, Innovation und Technologie stets Hand in Hand. ))Der Bezugspunkt für die Außenbeleuchtung waren die Keramikgitter., bestätigt Jean Sundin. Mit dem Ziel, die aufwärtsstrebende, filigrane Qualität der Gitter herauszuarbeiten, entwickelte OVI eine Lichtplanung, die die Fassadenflutung mithilfe einer einzigen Leuchtenfamilie und nur einem Lampentyp bewältigt. Erco Leuchten für zweiseitig gesockelte 250 W Halogen- Metalldampflampen wurden mit unterschiedlichen Reflektorsytemen kombiniert, um den gewünschten Wandflutungseffekt für die gesamten, sich rund 260 m hoch erhebenden Ost- und Westfassaden zu erreichen. Eng strahlende Leuchten sind über lange Distanz auf die Gebäudespitze gerichtet, während ebenfalls eng strahlende Leuchten mit zusätzlicher Spreizlinse die mittleren Stockwerke beleuchten und Fluter das Licht auf den Gebäudesockel werfen. Die Planer von OVI wählten Halogen-Metalldampflampen wegen der besonders langen Lebensdauer von mehr als 10000 Stunden. Sie spezifizierten eine warmweiße Lichtfarbe von 3000 K Farbtemperatur, abgestimmt auf das Rohweiß des markanten Keramikgitters.

Um außergewöhnlich große Objekte oder Flächen zu beleuchten, kann man mit außergewöhnlich
großen Leuchten und Leistungen arbeiten -oder aber den benötigten Lichtstrom auf relativ viele, kompaktere Leuchten verteilen. Letzteres hat nicht nur den Vorteil, dass auf wirtschaftlichere Standardlampen und -leuchten zurückgegriffen werden kann, sondern ermöglicht auch, größere Gleichmäßigkeit der Beleuchtung zu erzielen -allerdings nur, wenn es gelingt, jede Leuchte genau so auszurichten, dass sich die einzelnen Lichtkegel optimal überlappen. Dieses Prinzip haben die Planer von OVI bereits in mehreren Projekten angewendet. Mithilfe von Lasern wurden auch die Scheinwerfer am The New York Times Building gemäß der am Computer errechneten Planung präzise ausgerichtet und fixiert, sodass der gewünschte gleichmäßige Helligkeitsverlauf von 1:3 zwischen Sockel und Spitze des Gebäudes zustande kam. OVI schlug vor, die paarweise montierten Erco Leuchten am Sockelgeschoss des Gebäudes in der Sonderfarbe ))Taxigelb. lackieren zu lassen. Die Leuchten und ihre Montageelemente setzen das Fassadenraster fort, sodass sie gleichzeitig die Rhythmik des Gebäudes betonen sowie Fassade und Gehweg auf stimulierende, reizvolle Weise beleuchten.

Das Motiv der Transparenz und Leichtigkeit setzt sich in den öffentlichen Bereichen des Sockelgeschosses fort. Die Planer von OVI übersetzten diese metaphorischen Qualitäten in den dreidimensionalen Raum, indem sie die Lichtverhältnisse so aufeinander abstimmten, dass sie verschiedene Bereiche visuell aktivieren und verbinden . Um dieses austarierte Zusammenspiel zu erreichen, arbeiteten die Planer an ästhetischen Zielen und technischen Fragestellungen zugleich. Unter Beachtung der notwendigen Beleuchtungsstärken für Funktionsbereiche arbeitete
man einen Lichtmasterplan aus, um festzulegen, wie sich diese Beleuchtungsaufgaben lösen lassen und gleichzeitig der Blick in den Garten erhalten oder noch verbessert werden kann. Vermieden werden sollte der Eindruck, in einen Tunnel mit zu wenig Licht in den angrenzenden Bereichen zu schauen ebenso wie zu viel gleichförmige Beleuchtung, die die einzelnen Elemente unter einem „Teppich aus Licht. verschwinden lässt, wie sich Peiniger ausdrückt.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 5/2009

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