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Auskragende Volumina: Bergrestaurant in den Dolomiten

Im Ski- und Wandergebiet von Obereggen in den westlichen Dolomiten liegt auf 2096 m Höhe die Berghütte Oberholz – eine moderne Interpretation eines alpinen Restaurants, das atmosphärische Innenräume mit weiten Ausblicken verbindet. Direkt an Sessellift und Skipiste gelegen, schmiegt sich das Gebäude rückseitig an den Hang, während es talseitig mit drei vollverglasten Giebeln auf verschiedene Berggruppen ausgerichtet ist – die Architekten sprechen vom Bild eines liegenden Baums, dessen Verästelungen kontinuierlich aus dem Hang hinauswachsen. Die auskragenden Volumina spielen mit ihrer auch im Inneren erlebbaren Satteldachform auf das Urbild einer Hütte an. Die unterschiedlichen Krümmungsradien des Grundrisses verleihen dem durchgehend offenen Innenraum Dynamik. Zugleich zonieren ihn die drei »Äste« in kleinere Raumeinheiten, die Stuben, denen Lounge- und Barbereich vorgelagert sind. 

Hinter der so einfach und selbstverständlich wirkenden sichtbaren Holzkonstruktion verbirgt sich ein geometrisch komplexes, hybrides Tragwerk, das auf Schneelasten von bis zu einer Tonne pro m² ausgelegt ist. Untergeschoss und hangseitige Rückwand bestehen aus Stahlbeton. Die vorgefertigten Brettschichtholz-Rippenträger sind in den Dachkehlen an zwei 12 m langen, räumlich gekrümmten Stahlträgern biegesteif befestigt. Um das Haus während des kurzen Bergsommers in nur vier Monaten errichten zu können, wurde die gesamte Holzkonstruktion vorgefertigt – mit Elementen in der Größe von vier Rippenträgern und dazwischenliegenden Paneelen. Die Teile mussten präzise bis zu den Einrichtungsdetails durchgeplant werden, da bereits alle Elektroleitungen vorin­stalliert waren. Die unbehandelten Holzoberflächen der Decken und Wände prägen den homogenen Raumeindruck ebenso wie die von den Architekten entworfenen Stühle, Tische und Bänke aus Eiche. Im reizvollen Kontrast dazu stehen die Sitzpolster mit Bezügen aus Wollfilz sowie Sichtbetonwände mit sandgestrahlten Oberflächen.

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 12/2017
Architektur und Landschaft, DETAIL 12/2017

Architektur und Landschaft

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