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Aussichtsturm des Landguts Schovenhorst

Foto: Jeroen Musch, Rotterdam

Zum Thema: Treppen, Wege, Rampen

Architekten: SeARCH, Amsterdam

Das Landgut Schovenhorst ist bekannt für die Vielfalt seiner Baumgärten. Schon im Jahre 1848 begann der Gründer des Landguts mit der Sammlung von Baumsamen aus aller Welt, um herauszufinden, welche Arten im Heidegebiet in der Nähe von Putten, 50 km nordöstlich von Utrecht, gedeihen könnten. Das Ergebnis sind vier Themengärten: das kleine und das große Pinetum, das Arboretum und der Drei-Kontinenten-Wald.

Aussichtturm, Schovenhorst, SeARCH, Putten, Treppe
Foto: Jeroen Musch, Rotterdam
Aussichtturm, Schovenhorst, SeARCH, Putten, Treppe
Foto: Jeroen Musch, Rotterdam
Aussichtturm, Schovenhorst, SeARCH, Putten, Treppe
Zeichnung: SeARCH, Amsterdam

Der neue Aussichtsturm ist ein zusätzliches Element des Landguts, um den Besuchern einen Überblick auf das Gelände und einen Ausblick auf die Bäume zu ermöglichen. Der Turm ist daher eher als naturnahe Promenade mit entsprechenden Ausblicken auf den Wald konzipiert und weniger als vertikale Erschließung. Die »Zweige« des Turms bieten unterschiedliche Perspektiven entlang der Route. Manchmal geben die Bäume den Blick auf den Himmel frei, dann wieder verdichten sich die Zweige oder öffnen sich zum Panorama. 30 Meter über dem Grund können die Besucher über ein horizontales Netz klettern und den Waldboden unter ihnen erleben oder noch ein Stück weiter oben dem Spektakel auf der obersten Plattform beiwohnen. Dort erwartet sie nicht die vermutete Aussichtsplattform, sondern ein neues Stück Wald. Hier entsteht ein Ort für Experimente mit Nadelbäumen auf einer zweiten Ebene über dem Waldboden, aber auch eine Gelegenheit für Besucher, noch höher hinauf zu gelangen. Der kleine Wald auf der Plattform soll das Stück Land kompensieren, das sie besetzt. Die Bäume wurden speziell für diesen Ort ausgewählt und drei Jahre vorher in Vorbereitung auf ihre einzigartige Reise in den Himmel auf dem Gut angepflanzt.

Aussichtturm, Schovenhorst, SeARCH, Putten, Treppe
Zeichnung: Schooten constructiebedrijf, Rijssen

Es dauerte 36 Stunden, die Plattform mit 17 Metern Durchmesser und 480 Tonnen Gewicht auf eine Höhe von 40 Metern zu heben. Die Konstruktion des Turmes nimmt Bezug zur engen Verbindung zwischen Natur und Technik: das stählerne Fachwerk ist kontrastreich teils mit Holz und teils mit Lochblech bestückt. Da der Boden der Plattform von unten sichtbar ist, spielt die Verkleidung eine wichtige gestalterische Rolle: Die Architekten verwendeten hier eine reflektierende Edelstahloberfläche, die die umgebenden Bäume widerspiegelt. Durch das Zusammenspiel von Turm und Wald verschwindet das Objekt in seiner natürlichen Umgebung.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 6/2009

Treppen, Wege, Rampen

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