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Aussichtsturm in Stuttgart (2001)

Anlässlich der Ausstellung »High Energy. Ingenieur-Bau-Kultur« erscheint auf unserer Homepage ein Rückblick auf ausgewählte Projekte aus dem Büro Schlaich Bergermann und Partner, die in DETAIL dokumentiert wurden.

Entwurf und Tragwerksplanung: Schlaich Bergermann und Partner, Stuttgart

Aussichtsturm Stuttgart, Schlaich Bergermann Partner
Foto: Frank Kaltenbach, München

Die Stadt Stuttgart erhielt den Zuschlag zur Ausrichtung der Internationalen Gartenbauausstellung 1993. Den zu dieser Gelegenheit ausgeschriebenen Wettbewerb für einen Aussichtsturm auf dem zum IGA-Gelände gehörenden Killesberg gewann das Stuttgarter Ingenieurbüro Schlaich Bergermann und Partner. Der Realisierung des Turmes wurde jedoch 1993 die finanzielle Grundlage entzogen. Erst nach acht Jahren Spendensammeln des Verschönerungsvereins der Stadt Stuttgart fanden fast alle der 340 Treppenstufen einen Paten.

»Türme sind Träume« – erster Spatenstich war im Oktober 2000. Zwischen dem 41 Meter hohen und 50 Zentimeter schlanken Druckstab und dem Netz aus 48 fingerdicken Seilen, welches ihn umspannt, sind vier Aussichtsplattformen eingehängt. Erreichbar über eine Doppelhelix, eine Treppe hinauf, die andere herunter, sind sie in der Lage, 2230 Personen zu tragen. Der »Adventskranz«, ein an radialen Seilen vom gelenkig gelagerten Mast abgehängter Druckring, spannt den Netzdurchmesser auf. Das taillierte Schrägseilnetz ist zwischen diesem Druckring und dem schweren Fundamentring eingebaut. Neun Tonnen Vorspannung ermöglichen dem Seil, vertikale Druckkräfte in Form einer Minderung der Zugspannung aufzunehmen.

Aussichtsturm Stuttgart, Schlaich Bergermann Partner
Foto: Andreas Gabriel, München
Aussichtsturm Stuttgart, Schlaich Bergermann Partner
Ansicht

Die vier Decks speichen den Turm ein, fixieren den Mast und unterteilen dessen Knicklänge. Schubsteife Dreiecksmaschen erlauben dem Netz, auch horizontale Lasten abzutragen. Dies war der gewünschten steifen Plattformlagerung zuträglich. Aufgrund der großen Krümmungsradien des Netzes konnten Seile großer Schlaglänge und damit einhergehend hoher Dehnsteifigkeit verwandt werden. Auch ermöglichte der umlenkungsarme Einbau der Seile die Wahl relativ großer Drahtdurchmesser, welche beim Einsatz von hydraulisch aufgepressten Verankerungsklemmen nur geringe Tragkraftverluste verzeichnen.

Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 8/2001

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