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DETAIL Stipendium 2016/2017

Ausstellung »Konzept und Entwurf 2«

»Das DETAIL Stipendium sehe ich als schöne Anerkennung für eine Suche nach authentischen und einfachen Antworten auf die Frage der Angemessenheit eines architektonischen Eingriffs in seine Umgebung, welche in den letzten Jahren meines Studiums im Mittelpunkt meines Interesses stand.« Das war vor einem Jahr meine Antwort auf die Frage welche Bedeutung diese Unterstützung für mich hat.

Ein großer Teil dieser Suche war ein gemeinsamer Weg  mit guten FreundInnen und geschätzten KollegInnen die ich während meines Studiums an der Abteilung für Gestaltungslehre und Entwerfen kennenlernen durfte. Letzte Woche feierten wir die Eröffnung der Ausstellung »Konzept und Entwurf 2« - ein Retrospektive über ausgewählte Arbeiten die in den letzten fünf Jahren am Lehrstuhl von Professor András Pálffy entstanden sind.

Die Vernissage vor wenigen Tagen war mein letzter Arbeitstag als studentischer Mitarbeiter an der Abteilung. In wenigen Wochen endet ein Jahr als Stipendiat erfüllt von spannenden Veranstaltungen und Bekanntschaften. In wenigen Monaten beende ich mein Studium an der Technischen Universität Wien. Gemeinsam mit Inge Andritz und Niklas Heiss durfte ich die Ausstellung, die räumliche Übersetzung eines Rückblicks konzipieren - 124 Architekturmodelle bilden eine dichte Landschaft aus heterogenen Objekten die in zehn Semestern zu verschiedenen Entwurfsaufgaben entstanden sind.

»Die Arbeiten orientieren sich an Situationen, die vom tatsächlichen Bedarf einer Existenz geprägt werden und sich damit auf einen konkreten Ort, ein konkretes Programm beziehen. Die unmittelbare Auseinandersetzung mit einer Aufgabe erklärt sich im Besonderen auch durch die Begegnung mit den Personen, die für die Entwicklung einer Projektidee verantwortlich sind. … Das  Verständnis  für  das  immanente  Spannungsfeld  zwischen  Ort,  Geschichte  und  Programm  wird mit der Forderung nach einer Übertragung in räumliche Tatsachen erweitert.« beschreibt András Pálffy die Ausrichtung der Lehre an der Abteilung.

Im Sinne der Beschäftigung mit dem konkreten Ort geht jedem Entwurfskurs eine Studienreise in Zusammenarbeit mit verschiedenen europäischen Architekturfakultäten voran. Die Übertragung von Aufgabe und Kontext in räumliche Tatsachen wird im Architekturmodell dargestellt. Die Modelle als Produkte der architektonischen Entwürfe bilden den Fokus der Ausstellung. Eine aufgelassene Autowerkstatt nahe der Technischen Universität, dient als Ausstellungsraum.

Der eigenartige Zuschnitt der 400 Quadratmeter großen Halle ist dem Einschreiben in einen Hof der gründerzeitlichen Blockrandbebauung geschuldet. Der obere Raumabschluss ist durch eine oktogonale Pyramide überhöht, der Zenit als Oberlicht aufgelöst. Diesen sonderbaren aber starken Raum belassen wir in seinem industriellen Charakter. Das Ausstellungsdisplay wird in angemessener Distanz zu den umfassenden Wänden eingesetzt, die räumliche Intervention orientiert sich an der prägenden Geometrie des Deckenspiegels.

Zwei 15 Meter lange Sitzmöbel bilden eine Klammer in der sich die ausgewählten Objekte in sieben Zeilen gruppieren. In chronologischer Reihung tragen die Sitzmöbel die Lagemodelle der Orte an denen die Entwürfe gedacht wurden. Zwischen jedem Lagemodell liegt das zur Eröffnung erschienene Buch »Konzept und Entwurf 2« welches die Ausstellung um Information zu den Entwurfsthemen und Plandarstellungen der gezeigten Arbeiten erweitert. Die Modelle stehen auf Sockeln aus Sperrholz, um deren Oberflächen zu homogenisieren, zu veredeln und möglichst hintergründige Präsentationsflächen zu schaffen werden die Sockel geschwärzt. Die Beschriftung ist reduziert auf Ort und Titel der Entwurfsaufgabe am zugehörigen Lagemodell. Eine Ziffer auf jedem Modellsockel verweist auf die entsprechende Buchseite im Ausstellungskatalog.

Die Reduktion der Darstellung der vielschichtigen Gedankenexperimente auf Bücher und Modellen finde ich spannend, da beide Medien den Anspruch stellen abgeschlossene Arbeiten zu sein. Das Architekturmodell erachte ich als essenzielles Entwurfswerkzeug um räumliche Vorstellungen zu fassen und zu schärfen. Durch fügen von Bauteilen raumbildend zu entwerfen, durch patinieren der Oberflächen Atmosphären zu denken, durch verändern des Lichtmilieus Raumstimmungen zu erforschen macht für mich den Reiz dieses Werkzeuges aus.

Nicht zuletzt schätze ich das hohe Maß an Handarbeit, welche das Erstellen eines physischen Modells mit sich bringt. Die Arbeit mit den Händen erinnert daran, dass Architektur eben auch Handwerk ist. Durch die intensiven Zeiten in denen wir gemeinsam in der Modellbauwerkstatt an unseren Entwürfen gearbeitet haben, so wie die interessanten, kurzweiligen Studienreisen zu Beginn des Semesters, entwickelten sich Freundschaften und eine spannende, inspirierende Diskussionskultur, die durch eine andere Arbeitsweise wahrscheinlich nicht entstanden wäre.

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