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Auszeichnung für Hattinger Kindergärten


Landesweit hatten Kindergärten und Kindertagesstätten aus Hattingen, Witten und Schwelm Aufsehen erregt, als sie ihr Energiesparprojekt „Erlebnis Energie“ starteten.

Nach drei Jahren Projektarbeit sind die Erzieherinnen und Kinder der 26 Einrichtungen in Hattingen absolut „energie-fit“. Das zeigte die Auswertung des Projektes, die bei der heutigen Abschlussfeier in Hattingen präsentiert wurde. Die Vorsitzende des Umwelt- und Verkehrsausschusses der Stadt Hattingen, Melanie Witte-Lonsing, die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Sabine Radtke, Dechant Jochen Winter und Superintendent Ingo Neserke zeichneten die Teilnehmer für ihr Engagement aus. Andrea Fischer von der Energieagentur NRW präsentierte die erste Projekt-Bilanz.

Die Messergebnisse zeigen, dass bei Kindertagesstätten beachtliche Einsparpotentiale realisierbar sind: Im Bereich der Heizenergie konnten einige Einrichtungen den Verbrauch um bis zu 25 Prozent Energie reduzieren. Im Durchschnitt wurde der Bedarf an Wärmeenergie um 16 Prozent gemindert, bei Strom bis zu 13 Prozent, Wasser etwa 10 Prozent. In Euro und Cent ausgedrückt können dies über 1.000 Euro in einer Einrichtung sein. Bei den Messungen wurden jeweils die Verbrauchswerte der Jahre 2004 und 2005 mit den Durchschnittswerten der Jahre 2001 bis 2003 verglichen. „Die Teilnehmer haben hier Pionierarbeit geleistet,“ so Andrea Fischer, die das Projekt fachlich begleitete. „Bereits mehrere Kommunen in NRW sind dem Hattinger Beispiel gefolgt und haben ähnliche Aktivitäten für und mit ihren Kindergärten ergriffen.“ So nutzen beispielsweise Gelsenkirchen, Iserlohn und Kreuztal die Erfahrungen aus dem Projekt „Erlebnis Energie“.

Initiatoren sind der evangelische Kirchenkreis Hattingen-Witten, die Stadt Hattingen, der Katholische Gemeindeverband Hattingen-Schwelm und die Energieagentur NRW. Unterstützung leistete die AVU Gevelsberg. Bereits kurz nach dem Projektstart im Jahr 2004 zeigte sich, dass schon Kinder im Kindergartenalter Spaß an so komplexen Themen wie Energieeffizienz haben können, wenn sie altersgerecht aufbereitet sind. Dazu wurden zunächst die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in speziell entwickelten Fortbildungen „energie-fit“ gemacht. Sie gaben ihr Know-how dann an die Kinder weiter. Um zum Beispiel den bewussteren Umgang mit elektrischer Energie zu fördern, verzichtete das „Kindernest“ in Hattingen im Herbst 2005 einen Tag lang komplett auf Strom; von der Türklingel, über die Beleuchtung bis zum Herd. Spiele wie „Schlauer als der Powerklauer“ mit der Geschichte von Eta Energisch riefen das Thema Energie auch im Kita-Alltag immer wieder ins Gedächtnis.

Neben der pädagogischem Bearbeitung wurden die Teilnehmer aber auch bei Energierundgängen in der eigenen Einrichtung geschult. Typische Einsparpotentiale finden sich etwa bei der Regelung der Heizungsanlage oder bei Heißwasser-Untertischgeräten. Oft senkt schon der Einsatz einer Zeit-schaltuhr den Verbrauch ganz erheblich. In einer Einrichtung wurde beim Energierundgang festgestellt, dass für den Kinder-garten bisher ein falscher Stromzähler abgerechnet wurde. „Hier ist es einfach wichtig, dass sich eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter für den Energieverbrauch zuständig fühlt,“ zog Andrea Fischer Bilanz. Dass viele Kommunen und Einrich-tungsträgern das Problem der Energiekosten „unter den Nägeln brennt“, zeigt die Resonanz auf das Fortbildungsangebot der Energieagentur NRW. Über 350 Teilnehmer haben das landesweite Seminarangebot zum Energiesparen in Kindergärten für sich genutzt. Auch für das kommende Jahr sind deshalb Seminare geplant.

Quelle: Energieagentur NRW
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