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MVRDV, Seoullo 7017, Ossip van Duivenbode

Autobahn wird zum Park: Seoullo 7017 von MVRDV

Das urbane Stadtgebiet im Zentrum von Seoul hat einen 983 Meter langen öffentlichen Grünraum erhalten, in dem über 50 Pflanzenarten – Bäume, Sträucher und Blumen – zu entdecken sind. Das besondere ist, dass der neue Stadtgarten mit einer großen Vielfalt an koreanischen Pflanzenarten noch vor kurzem eine innerstädtische Autobahn war. Heute umfasst der Park etwa 24.000 Pflanzen; viele von denen werden erst in mehreren Jahren ihre volle Höhe erreichen. Die hängenden Gärten haben den Namen »Seoullo«, den koreanischen Namen für Skygarden bekommen; die auf den ersten Blick geheimnisvolle Zahlenreihe »7017« ist aus dem Baujahr der Autobahn – 1970 und dem Jahr 2017 zusammengesetzt, in dem die ehemalige Autobahn in ihrer neuen Funktion als öffentlicher Raum wiedereröffnet wurde. 

Als MVRDV den Wettbewerb im Jahr 2015 gewinnen, besteht die größte Herausforderung darin, wie die hoch gelegene Stahlbetonstruktur in eine »Matrix« aus typischen koreanischen Pflanzen umgewandelt werden kann. Ein derartiger infrastruktureller Eingriff hat auch zu Folge, dass der Alltag von Tausenden von Menschen ebenfalls eine Veränderung erfährt. Die nun autofreie Überführung in der Nähe des Hauptbahnhofs von Seoul ist ein Teil des städtischen Programms für eine freundlichere und attraktivere Stadt, die eine Vielzahl von grünen Wegen und Räumen bekommen soll. 

Der linienförmige Park setzt sich aus mehreren kleineren Gärten zusammen, die jeweils eine eigene Identität besitzen. Die Landschaft verändert sich außerdem mit den Jahreszeiten: Im Herbst dominieren die hellen Ahornblätter, im Frühjahr die Rosatöne der Kirschbäume; im Winter erfreut sich das Auge über die immergrünen Nadelbäume, im Sommer über die Früchte tragende Sträucher und Bäume. Neue Brücken und Treppen schaffen Verbindungen zwischen dem neuen Grünraum und der Stadt. Künftig sollen weitere öffentliche Räume hinzukommen und mithilfe von Treppen und Aufzügen an die existierende Struktur angebunden werden. Die Idee einer Renaturierung von Seoul verfolgt wohl mehrere Ziele: Einerseits geht es um die Erzeugung einer lebenswerteren Umgebung für eine Stadt, in der heute etwa die Hälfte der südkoreanischen Bevölkerung lebt. Auf der anderen Seite bemüht sich der junge Staat, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg von der japanischen Herrschaft befreit wurde, um die Wiedergewinnung einer eigenen Identität – unter anderem mithilfe von einer künstlich angelegten Landschaft. 

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