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Badekultur im Industriehafen: Jubileumsparken 0.5 in Göteborg

Baden in ehemaligen Industriearealen – diese Vorstellung wird derzeit vielerorts in Europa Realität. Im Kopenhagener Hafen realisierte das Architekturbüro PLOT (aus dem später BIG und JDS Architects hervorgingen) 2003 eine Freiluft-Badeanstalt. Im Rhein in Basel, wo die Industrieabwässer des Sandoz-Konzerns noch in den 80er-Jahren ein großes Fischsterben auslösten, kann bereits seit einigen Jahren wieder geschwommen werden. Und auch im schwedischen Göteborg hat die öffentliche Badekultur nun begonnen, von einem ehemaligen Hafenareal Besitz zu ergreifen.

Schauplatz der Intervention ist der ehemalige Freihafen (Frihamnen), der bis 2021 zu einem integralen Teil der Stadt mit 1000 Wohnungen, ebenso vielen Arbeitsplätzen, einem Hotel, drei Vorschulen und einer Schule werden soll. Zwei der insgesamt zehn Hektar sollen von Bebauung freigehalten und zum sogenannten Jubiläumspark (Jubileumsparken) umgestaltet werden.

Um die lokale Bevölkerung von Anfang an in den Entwicklungsprozess einzubinden, wandte sich die stadteigene Projektentwicklungsgesellschaft Älvstranden Utveckling AB an die Architektenkooperative raumlaborberlin. Die Berliner haben sich auf dynamische Planungsprozesse und eine Herangehensweise spezialisiert, die sie „Aktivierung durch Gebrauch“ nennen. Dabei werden in der Regel temporäre Interventionen gemeinsam mit den Anwohnern in einem spontanen Prozess geplant und realisiert.

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Saunieren in luftiger Höhe

Im Herbst 2014 rief raumlaborberlin erstmals die Göteborger Bevölkerung zur kreativen Inbesitznahme des Hafens auf. Unter dem Leitmotiv der Badekultur entstanden seinerzeit ein Eingangspavillon aus gebrauchten Fenstern sowie ein Umkleide- und Duschpavillon mit Wänden aus leeren Weinflaschen.

Anfang 2015 wiederholten die Berliner ihren „Open Call“. Schon im Februar wurde – gleichsam als weithin sichtbares Wahrzeichen des neuen Freiluftbades – eine Sauna auf einer Plattform im Hafenbecken eingeweiht. Der skulpturale Vierbeiner ist außen mit Wellblechtafeln verkleidet, die sichtlich bereits einen Nutzungszyklus hinter sich haben. Die innere Hülle besteht aus dünnen Holzschindeln.

Auch das vierte, größte und doch unscheinbarste Teilprojekt – ein beleuchteter, schwimmender Pool im Hafenbecken – ist inzwischen fertiggestellt. Die Pläne, die raumlaborberlin gemeinsam mit den Göteborgern schmiedete, reichen jedoch noch weiter: Ein gebrauchtes Gewächshaus soll am Ufer einen neuen Standort finden und in einer ungewöhnlichen Hybridnutzung sowohl zur Gemüsezucht wie auch als Liege- und Ruheraum für die Saunagäste dienen.

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