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Bahnhof in Lüttich

Mit der ungewöhnlichen Stahl-Glas-Konstruktion des neuen Hauptbahnhofs in Liège definiert Santiago Calatrava die Tradition der großen Bahnhofshallen Europas neu. Während der Erstellung des Bahnhofs sollten alle Gleise in Betrieb bleiben. Daher wurde ein zusätzliches Gleis gebaut, sodass schrittweise jeweils eines stillgelegt und erneuert werden konnte. Für dieses Umbauverfahren waren die parallel zu den Gleisen verlaufenden Bögen sehr günstig. Das Dach konnte sich so mit zunehmendem Arbeitsfortschritt quer über die Gleise schieben. Die Fotos zeigen den Bahnhof in der Bauphase.

Architekt: Santiago Calatrava, Zürich

Das Haupttragwerk des Dachs besteht aus 39 Stahlbögen im Abstand von etwa 1,9 Metern. Da die Pfetten des transparenten Hallendachs biegesteif mit diesen verschweißt wurden, wirkt das gesamte Dach wie ein Schalentragwerk. Die Stahlhohlprofile der Bögen verjüngen sich zum Scheitelpunkt auf lediglich 1,2 Meter Höhe. Diese für die große Spannweite äußerst geringe Querschnittshöhe der linear angeordneten Bögen sorgt für eine von Klarheit und Transparenz bestimmte Wirkung der Halle. In Richtung der Auflagerpunkte teilen sich die Bogenquerschnitte in Ober- und Untergurt. Erst an den weit über die Auflager auskragenden Enden sind diese zum Dachrand hin wieder zusammengeführt. Hierdurch entsteht an jedem Hallenende ein spannungsvoller Zwischenraum, in dem jeweils eine 14 Meter breite Fußgängerbrücke oberhalb der Bahnsteigebene die Gleise überquert und einen fließenden Verkehr zwischen beiden Bahnhofsseiten erlaubt.
Die Stahlkonstruktionen der Fußgängerbrücken fassen die Lasten aus den einzelnen Bögen zusammen und geben diese an jeweils fünf Auflagerpunkte an jeder Hallenseite ab. Diese bestehen aus stählernen, mit der Fundamentierung verbundenen und in Bogenlängsrichtung gelenkigen Fußpunkten, die sich in je vier Stahlhohlprofile verzweigen. Eingedeckt ist das insgesamt 33?000 m2 große Glasdach mit 23 mm dicken VSG-Scheiben.

Isometrische Darstellung des Dachtragwerks
Isometrische Darstellung des Dachtragwerks
Isometrische Darstellung des Dachtragwerks
Stichworte:
Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 6/2010

Bauen mit Stahl

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