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Betonbau in Graubünden, Rezension, Buch

Betonbauten in Graubünden

1000 Gipfel, 150 Täler, 615 Seen, 3 Amtssprachen, die von insgesamt knapp 200000 Einwohnern gesprochen werden, 3 Unesco-Welterbestätten und natürlich: 60000 Steinplatten Valser Quarzit, aus denen Peter Zumthor 1996 die Therme Vals fügte. So könnte man den südostschweizerischen Kanton Graubünden beziffern.

Doch um Zahlen geht es Daniel Reisch, dem in Augsburg arbeitenden und lehrenden Architekten ebenso wenig wie um den grau-blauen Gneis: Als Herausgeber beschäftigte der Lehrbeauftragte der Fakultät für Architektur und Bauwesen sich gemeinsam mit den Teilnehmern des Wahlpflichtfachs »Regionale Identität. Bauen in Graubünden« intensiv und nun frisch gedruckt mit »Betonbauten in Graubünden«.

Recht hat er. Denn die 153 klar und ansprechend von strobo B M aus München gestalteten Seiten zeigen anhand von 20 Projekten – dokumentiert in Text, Bild und einheitlich gezeichneten Plänen – wie großartig gerade Betonbauten in die steinig-grauen Felsformationen der Berglandschaft passen.

Tatsächlich, so meint Armando Ruinelli im Gespräch mit Daniel Reisch, hört man oft, »das Material sei zu ‚kalt’ und zu ‚hart’. Gleichzeitig«, so meint der Autodidakt, der mit zwei großartigen Bauten im Buch vorgestellt wird, »gibt es in Graubünden jedoch auch eine Art Liebe zum Beton.« Das sieht man: auf jeweils zwei bis drei Doppelseiten, auf denen Bauten aus den Jahren 2007 bis 2016, öffentliche ebenso wie private, vorgestellt werden.

Die Frage, worin der architektonische und bauliche Mehrwert der Betonarchitektur in Graubünden besteht, mag Architekt Andrea Deplazes, der mit seinem Text »Beton in Graubünden« den Band abschließt, zwar nicht beantworten. »Es fällt allerdings auf, dass die vorgestellten Betonhäuser nicht nur mit Akribie geplant, sondern auch mit Leidenschaft errichtet worden sind. Es sind keine belanglosen oder lieblosen Gebäude – im Gegenteil: Offenbar sind hier Architekten, Bauunternehmer und Handwerker eine Allianz eingegangen, die vom selben Ziel beseelt war: ein gutes Bauwerk zu errichten.« Schön, dass das jetzt in einem guten Buch anzuschauen und nachzulesen ist.

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